• In diesem Fall wäre es mit egal, weil es sich um eine Milieu-Geschichte handelt. Wäre er da nicht reingegangen, würde er wohl noch leben!

    Da ich schon viele Leichen gesehen habe, kann ich damit ganz gut umgehen. Nur mit Kindern kann ich nicht. Das geht mir an die Nieren.

    Aber man stelle sich vor, Kinder finden so ein Teil...sind beim Angeln und haben was richtig Großes dran; freuen sich schon...und dann hängt da ne Leiche dran!
    Die gehen doch nie mehr angeln!

    Ich freue mich, wenn es regnet.

    Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.


    Karl Valentin, deutscher Humorist * 4.Juni 1882; † 9.Februar 1948

    • Offizieller Beitrag

    Hallo..

    .. grausig?
    .. naja, sagen wir mal so;

    .. eher ungewöhnlich /selten für die heutige Zeit.


    Udo..
    .. in all den Kriegen (unsere "deutschen" eingeschlossen) waren solche Szenarien (auch für Kinder)
    nix ungewöhnliches ..
    .. das gilt auch nach Katastrophen wie nach einem Taifun; nach Erdbeben; bei Brand ganzer Stadtviertel;
    in Seuchengebieten; jeden Tag im Krankenhaus; Praktikum im Beerdigungsinstitut; im Schlachthof; bei Massentierhaltung;
    ok, bei den letzten beiden kannman noch sagen " ist ja nur ein Tier"; doch die gesellschaftliche Wandlung hat
    dazu geführt, dass das "Mitleid" und die Gedanken ums tote Tier schon fast gleichgestellt werden ..

    .. ich glaube nicht, dass nach so einem Fund, keiner mehr zum Angeln geht ;)


    Das Verhalten nach so einem "Augen"-blick dürfte eine individuelle Reaktion sein;
    so wie bei allen "neuen", die das erste mal dem TOD "Auge in Auge" gegenüber stehen ...

    Denk mal zurück an den ersten Fisch den du selbst töten musstest.
    Da haben viele schon das erste mal so ein "nachdenklich-flaues"-Gefühl im Magen ;)

    Wir kennen den TOD als solches (leider) nicht mehr von klein auf wie einst unsere Großeltern.
    Einst hatte man selbst Viecher im Hof/ Garten/ Kleintiergehege oder irgend ein nächster Nachbar hatte
    Hasen; Hühner oder dergl. und man bekam schon im Kleinkinderalter den TOD ganz anderst vermittelt.

    Generation Opa und eine Generation davor, die lagerten ihre Verwandten nach dem Ableben noch einige Tage zu Hause.
    Da war die Aufbahrung erst abgeschlossen, wenn die ganze "bucklige" Verwandtschaft zum Abschied nehmen da war.


    Als Kinder; beim Fahrrad fahren durch den Wald; "tröppelte" es auf der Schulter (wir waren zu zweit unterwegs);
    im Baum hing einer, den sie schon ein paar Tage vermisst hatten ..
    Oder.. Unfall bzw. Selbstmörder-Strecken der Bundesbahn.. davon gibt es leider genug und jeder Kleiderfetzen
    entlang der Strecke, kann in Verbindung mit Körperteilen stehen ..
    .. zerfetzten Körper verteilen sich (wie du weisst) über unglaublich lange Strecken.

    Die Chance, dass man Körperteile nach Unfällen findet ist auch nicht so gering :(
    Kein Helfer kann da wirklich alle "Puzzleteile" finden wenn das Gelände an der Straße unwegsam und
    der Unfall verheerende Körper"entstellungen" verursacht hat.
    Jeder Auto-Abschleppdienst in Unfallschwerpunkt-Gebieten kann ein Lied davon singen,
    wie Unfallautos aussehen/riechen und was da z.T. noch "menschliches" drin rumliegt. :(


    Zum "Rocker-Opfer" kann ich nichts sagen; aber diesbezogen wird wohl Oldenburg bald öfters
    derartige "Problem-Funde" haben ;)
    Kann mir nicht vorstellen, dass diese Stadt mit jetzt insgesamt 3 Motorrad-"clubs" friedlich davon kommt :(
    "bandidos"; "red devils" und nun auch noch das "gremium" ..

    Das mit dem tätowierten Arm ist eigentlich nicht schlimm;
    so spart man sich die große SUCHE und kann sich auf die DNS der
    Kartei "vorbestraft" beschränken und wir da sicher schneller fündig.

    Ok, war vielleicht jetzt etwas makaber, -sorry- ,
    aber dieses "Milieu" sorgt ja selbst, für "eine negative Haltung" ihnen gegenüber..

    gruß rüdl

    • Offizieller Beitrag

    Wir kennen den TOD als solches (leider) nicht mehr von klein auf wie einst unsere Großeltern.

    Andernfalls wäre der Aufreger bzgl. der dänischen Giraffentötung auch nur halb so groß: es würde nur die Tötung eines gesunden Tieres kritisiert werden, nicht die offene Obduktion vor Kindern. Das wäre dann nämlich "normaler".

  • Leichenfunde am Rhein, oder an anderen großen Strömen, sind wie Max es ja schon schrieb nicht so außergewöhnlich. Sauber abgetrennte Körperteile schon eher. Bei den meisten Wasserleichen handelt es sich ja wohl um Selbstmöder, ab und zu auch mal ein Verunglückter Matrose, oder auch ein Schwimmer, der Pech hatte oder sich überschätze beim Schwimmen im Strom.

    Ich denke das wird an der Elbe, Oder oder der Donau auch nicht viel anders sein, wobei aber die Bevölkerungsdichte am Rhein wohl dau beiträgt das hier doch recht viele Leichen gefunden werden.


    Der Angler der den Arm gefunden hat wird es verkraften denk ich, wenn er nicht zu den ganz labilen gehört. Aber dann wäre Angeln für ihn eh nicht die rechte Freizeitbeschäftigung, es sei den er ist reiner C+R Angler und brauch sich mit dem Tod seiner Fänge nicht auseinander zu setzen.

    Ich hatte mit 12 Jahren dass erste Mal eine Wasserleiche gesehen im Altrhein. bei Budenheim. Die ist dort wohl von der Strömung beim Hochwasser in ein Gebüsch getrieben worden war. Zwei ältere Angler haben sie damals mit Ästen ans Ufer gezogen und die Wasserschutzpolizei gerufen. Damals haben die Beiden wohl 50,- DM erhalten für das Landen der Wasserleiche. Wie man dann später in der Zeitung lesen konnte, war es wohl ein Selbstmörder der von einer Brücke bei Mainz in den Rhein gesprungen war und der zu dem Zeitpunkt wohl schon 2 Wochen vermisst wurde.

    Mich hat es damals jedenfalls nicht davon abgehalten weiterhin auch dort an der Stelle zu angeln.

    Jetzt darf man gespannt sein, wo die anderen Teile auftauchen, von dem Gestückelten.

    GvH Rainer


    Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben wenigstens ein bisschen mehr Spiel

    • Offizieller Beitrag

    All,

    Fietes Großvater stirbt. Seebestattung hatte er bestimmt.
    Alles wurde so durchgeführt, wie er es bestimmt hatte.

    Fiete hatte einen Kutter. Schönes Schiff. Doch nachdem
    die Urne des Großvaters versenkt worden war,verkaufte
    Fiete das Schiff. Warum?? Er wollte nicht auf einem "Friedhof"
    (Ostsee) angeln.

    Mit Petri Heil
    Flunder

  • Da hätte Fiete, sich mal nicht so viele Gedanken machen sollen.

    Die Regionen, wo die Urnen zu Grunde gehen, sind auf relativ kleine Seegebiete festgelegt. Und legen in der Regel dort wo eh kein Kutter hinfährt, da dort keine großen Strukturen am Grund sind, die zum Fischen verlocken.

    Und von den hunderttausend und mehr, aus den Kriegsjahren stammenden Gebeinen in der gesammten Ost und Nordsee, wird heute nicht mehr viel zu finden sein.

    Letztlich ist Friedhof doch überall und die dort liegen, sind so friedlich und machen einem nichts mehr streitig, daher kann ich den Entschluss von Fiete auch nicht nachvollziehen. ;)

    Und dies sollte hoffentlich auch keiner als Grund sehen, seine Angeln zu verkaufen.

    GvH Rainer.


    Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben wenigstens ein bisschen mehr Spiel