These chemische Reaktion

  • Hallo

    Neulich waren wir an der Elbe (Brackwasser) zum Aalangeln.
    Während ich die ersten Aale fing, blieb meine Bekannter Schneider, was mehr als ungewöhnlich ist, da er eigentlich immer derjenige ist, der fängt!

    Dabei kam er auf eine Idee / These, die der Grund sein könnte und ich stelle dies hier mal so rein!

    Ich angelte mit Kogha Sichelhaken 'Aal'

    [Blockierte Grafik: https://www.angelsport.de/isroot/askari/_pics/_pixs_products/111141-gr.jpg]

    während mein Bekannter mit unbeschichteten Stahlhaken angelte.


    Wenn Metall in Salzwasser liegt, dann entsteht ja durch die Chlorid-Ionen im Salzwasser eine chemische Reaktion mit dem Metall. Da ich mir vorstellen kann, dass auf dem Grund des Flusses auch Kohleverbindungen sind, könnte ein elektrischer Strom fließen.
    Dieser ist zwar äußerst gering, doch könnte dieser noch so geringe Strom nicht doch durch die äußerst feinen Sinnesorgane eines Fisches, besonders die des Aales, wahrgenommen werden?

    Ist hier evtl. zu vermuten, dass der Aal nicht auf die blanken Stahlhaken biss?
    Denn nachdem Jens auf diese These kam, wechselte auch er auf 'Rot'! Und siehe da, er hatte Erfolg.

    Wenn ich mich jetzt zurück erinnere: Immer wenn wir an der Ostsee waren, verwendete ich die preiswerten Edelstahlhaken von Perca, während Jens spezielle Dorschhaken (rot beschichtet) verwendete. Und Jens fing immer besser als ich!

    Gut, er ist auch besser, hat besseres Gerät mit feineren Spitzen, kommt weiter raus und beobachtet wirklich seine Ruten. Er hat's einfach drauf.

    Dennoch: Könnte eine mögliche chemische Reaktion von Metallen in Salzwasser von den Sinnesorganen von Fischen wahrgenommen werden und dieses die Fangeigenschaften (negativ) beeinflussen?

    Wenn das so wäre, dann ist die Hakenwahl von entscheidender Bedeutung!!!

    Ich freue mich, wenn es regnet.

    Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.


    Karl Valentin, deutscher Humorist * 4.Juni 1882; † 9.Februar 1948

  • Hi :D Ich könnte mir vorstellen ,dass der Aal auf sowas reagiert.Wenn ich dran denke,dass Aale einen Tropfen Lockstoff in der 200 fachen !!! Wassermenge des Bodensees wahrnehmen können.Elektrolytische Reaktionen können da schon ne Rolle spielen.

    Gruss,Christian.

    ASV-Wölfersheim e.V.

    Is mir egal,wer dein Vater ist. Solange Ich hier angel,geht hier keiner übers Wasser! :piep:

    Einmal editiert, zuletzt von waller-kalle73 (28. August 2009 um 12:01)

  • Hallo,

    es soll ja mehrere Arten geben, die selbst sehr geringe Ströme orten können , und dies z.B. bei der Jagd verwenden. Wie empfindlich Aale in dieser Hinsicht sind , und wie hoch die "Hintergrundstrahlung" bei euch ist , ist mir nicht bekannt, also kann ich keine defenitive Aussage zu deiner These treffen.

    Mfg

    Daniel

  • ?-( Jetzt hat man schon mal Ferien von diesem Zeugs, dann fangt ihr auch noch an :evil:
    Ich denke dass sowas geht, aber ob es wirklich daran liegt, sei dahin gestellt?

    Vielleicht mögen sie einfach rote Haken lieber :angler:

  • Moin Udo!
    Ich kann mir nicht vorstellen das der Aal ein so feinsinniges Empfinden gegenüber unbeschichteten Haken hat.Ich angel auch viel mit diesen Haken in der Ostsee,Kanal und Kieler Förde.Hab noch nicht festgestellt das meine Fänge aufgrund des Hakens weniger sind.Aber ist doch mal ne gute Frage für unsere Angelchemiker :-D!!
    Grüße und ein dickes Petri Heil aus Kiel Oli :angler:

    Leidenschaftlicher Raubfischangler

  • Hallo zusammen :)

    Udo...nicht uninteressant deine Gedanken, aber nicht ganz richtig.

    Mal vorneweg...Kohlenstoffverbindungen haben damit nichts zu tun.
    Nur der reine Kohlenstoff selber ist elektrisch leitend, was mit seiner Gitterstruktur zu tun hat.
    Also lassen wir den Kohlenstoff hier mal außen vor.

    Es ist richtig, dass Eisen im Salzwasser schneller reagiert, allerdings nicht mit den Chlorid-Ionen.
    Das Meerwasser (Salzlösung) ermöglicht eine schnellere Korrosion des Eisens,
    da es als sehr gut leitender Elektrolyt dient.
    Die eigentliche Reaktion (Korrosion) findet zwischen dem Eisen und dem im Meerwasser gelösten Sauerstoff statt.
    Eisen und Sauerstoff bilden ein sogenanntes galvanisches Lokalelement,
    welches aber unbedingt einen Elektrolyten, ich nenn ihn mal Elektronentransportmedium,
    benötigt um zu funktionieren.
    Diese Funktion übernimmt das Salzwasser.
    Die Korrosion von Eisen in Salzlösung ("rosten") geht über zwei Stufen.
    Zuerst bildet sich das sogenannte Eisen-II-Hydroxid, welches sich dann bei Anwesenheit
    von Sauerstoff (gelöst im Wasser) weiter zu Eisen-III-oxid ("Rost") umwandelt.
    Das ist jetzt vereinfacht dargestellt, das es noch einen weiteren Zwischenschritt gibt,
    welcher aber hier nicht relevant ist.
    Dieser Vorgang findet wie gesagt nur bei Anwesenheit eines Elektrolyten, welcher den Ionentransport übernimmt, statt.
    (Deswegen "rostet" Eisen in absolut trockener Umgebung nicht, trotz Anwesenheit von Sauerstoff)
    Bei diesem Vorgang fließt tatsächlich auf allerengstem Raum ein Strom,
    welcher sich allerdings direkt nur an der Kontaktfläche Meerwasser/Eisen abspielt.
    Dieser ist bereits in allerkürzestem Abstand nicht mehr zu messen,
    wohl aber eventuell zu spüren ist, wenn der Fisch direkten Kontakt damit hat,
    z.B. beim Prüfen des Köders vor dem Verschlucken.
    Lutscht mal an einem Eisennagel und ihr werdet einen seltsamen "metallischen Geschmack" wahrnehmen,
    obwohl Eisen an sich geschmacklos ist.
    Euer Speichel ist hier dann der Elektrolyt und die Geschmacksnerven nehmen die Ionenwanderung (sprich fließenden Strom)
    als "Geschmack" wahr.

    Bei den roten Haken wird durch die Lackierung das Eisen passiviert, es reagiert
    also nicht mehr dem Meerwasser, weil kein direkter Kontakt statt findet.
    Es "rostet" also nicht und die beschriebenen Effekte treten nicht auf.

    Es wird allerdings schwer sein, einen schlüssigen Beweis für diese Theorie,
    dass Fische eher auf lackierte Haken beissen, zu erbringen, aber dieser Gedanke hat was.....;-)

    Gruß
    Norbert

    Es gibt zwei Dinge, die man nicht ändern kann: Die Frauen und das Wetter.
    Also warum darüber aufregen?

    Fehmarn vom 11.12.2022 - 15.01.2023:thumbup:

  • Warum solle es beim Fisch nicht genau so wie bei uns sein (Das Auge isst mit)?.

    Leben heißt auch Risiko, große Ziele, große Opfer, Garantien gibt’s nirgendwo.
    Keiner, ist besser als der andere, denn der Tot wartet aufjeden....

  • Zitat

    Original von domi120
    Was arbeitest du den :-?

    Hi domi :)
    Bin sozusagen "vom Fach" ;)
    Nennt sich "Industriemeister Fachrichtung Chemie" :D
    Stellen auch einiges aus dem Bereich Korrosionsschutz her.

    Gruß
    Norbert

    Es gibt zwei Dinge, die man nicht ändern kann: Die Frauen und das Wetter.
    Also warum darüber aufregen?

    Fehmarn vom 11.12.2022 - 15.01.2023:thumbup:

  • moin zusammen,
    wie gewohnt eine sachlich fachlich tolle Erklärung von Norbert, der ich natürlich in ihrer Einheit nicht widerspreche.

    Zitat

    Dieser Vorgang findet wie gesagt nur bei Anwesenheit eines Elektrolyten, welcher den Ionentransport übernimmt, statt.(Deswegen "rostet" Eisen in absolut trockener Umgebung nicht, trotz Anwesenheit von Sauerstoff)
    Bei diesem Vorgang fließt tatsächlich auf allerengstem Raum ein Strom,
    welcher sich allerdings direkt nur an der Kontaktfläche Meerwasser/Eisen abspielt.
    Dieser ist bereits in allerkürzestem Abstand nicht mehr zu messen,
    wohl aber eventuell zu spüren ist, wenn der Fisch direkten Kontakt damit hat,
    z.B. beim Prüfen des Köders vor dem Verschlucken.

    aber mal ganz( lieb) provokatorisch gefragt, wer sagt uns denn , ob die Fische neben den nichtfließenden Strom etwas anderes "spüren" im Verlaufe solcher Prozesse, sei es noch so undenkbar für uns oder nicht messbar mit unserer heutigen Technik.

    Wie auch Norbert bereits schon schrieb. Ein wirklich sehr interessanter Gedanke, den Udo da hatte.

  • Nun, wie Norbert ja auch schon schrieb, kann man Eisen 'schmecken'!!!

    Kennt ihr diese 'Edelstahlseifen'? Diese leichten, abgeflacht - kugelförmigen Teile aus Edelstahl, mit denen man seine 'Stinkefinger' unter fließend Wasser von unangenehmen Gerüchen befreien soll. Die Hände riechen dann nicht mehr nach Fisch oder Zwiebel, sondern nach Metallfisch und Metallzwiebel! :D

    Oder wenn man seinen Schlüsselbund zwischen den Fingern reibt, dann 'riecht' man auch das Metall.

    Und das bei unserem so schlecht ausgestatteten menschlichen Riechorgan. Bei Tieren sind diese Sinne noch viel empfindlicher!

    Vielleicht ist es nicht ein möglicher elektrischer Strom, vielleicht ist es auch der 'Duft'!? Oder eine Mischung!?

    Es wird wohl nicht einfach sein, dies objektiv zu untersuchen.
    Aber vielleicht sollte man einfach mal den Haken wechseln, wenn's nicht beißt! ;)

    Ich freue mich, wenn es regnet.

    Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.


    Karl Valentin, deutscher Humorist * 4.Juni 1882; † 9.Februar 1948