• Moin Gemeinde!

    Hier, wie im Raubfisch/Köderforum angekündigt, das neue Thema.

    Wie können oder sollen passionierte Angler mit dem Thema Aal umgehen?

    Ohne Zweifel einer der interessantesten Sportfische, fast mit eigenständiger "Fangphilosophie", und bei richtiger Zubereitung eine Delikatesse (Räuchern!).
    Marktpreise für Räucheraal sind mittlerweise etwas für die oberen 10.000 - der Kilopreis geht an die 60,- €... und das nicht von ungefähr: Die Art ist vom Aussterben bedroht.

    Wir können und sollen hier offen diskutieren - über einzelne Sichtweisen, Maßnahmen einzelner Angler oder auch Vereinen, Sinn und Unsinn von Schutzmaßnahmen: All das, was sich bisher immer in verschiedensten Einzelthemen abgespielt hat. Die Ursachenforschung und die Besonderheiten bei der Fortpflanzung werden dabei eine besondere Rolle spielen.

    Bitte beachtet, dass wir alle keine Biologen, keine Politiker und erst recht keine Hellseher sind. Ansonsten ist durchaus erwünscht, dass hier kontrovers diskutiert wird, in der Sache auch durchaus gestritten werden darf - solange unsere liebgewonnenen Umgangsformen, der freundliche Ton und nicht zuletzt die Sachlichkeit gewahrt bleiben!

    Gerade hier sind dann aber die berüchtigten Kurz-Postings, etwa "Find ich Mist" oder "Tolles Thema -grin-" natürlich Fehl am Platze.

    Und jetzt Feuer frei, Leute!

    Ich habe jetzt mal gestartet, melde mich aber sicher noch mit meiner persönlichen Einstellung!

    MAX

  • Hallo,

    also ich angel nicht gezielt auf Aal da mich der Fisch so gesehen nicht besonders intresseiert. Die beiden die ich bisher als Beifang gefangen habe wurden aber entnommen und von der Familie verspeißt. In Zukunft werde ich zumindestens die aus dem Vereinsgewässer auch entnehmen und auch mal in den Räucherofen packen. Zumal im Vereinsgewässer ausreichend nach besetzt wird.

    Was den Fangverzicht in den großen Flüßen anbetrifft halte ich den für wenig sinnvoll solange Glasaale noch gefangen werden (dürfen).


    Mfg

    Daniel

  • hallo,
    ich denke, die paar aale die im jahr von den hobby anglern entnommen werden, wird dem aalbestand in den flüßen nicht übermäßig schaden.

    schlimmer ist der abfang der glasaale von profesionellen fischern und deren vermarktung als delikatesse nach fernost. :bad

    petri-heil aalland

  • Zitat

    Original von aalland205
    hallo,
    ich denke, die paar aale die im jahr von den hobby anglern entnommen werden, wird dem aalbestand in den flüßen nicht übermäßig schaden.

    petri-heil aalland

    Rechne mal die Anzahl der Angler alleine in Deutschland multipliziert mit sagen wir 3 Aalen? der eine mehr, der andere weniger...

    Macht sich schon bemerkbar

  • Hallo zusammen :)

    Machen wir mal ne Rechnung auf:

    3 Glasaale wiegen zusammen ca. 1 Gramm
    3000 Glasaale bringen dann 1 Kilogramm auf die Waage.
    1 Tonne Glasaale sind denmach 3.000.000 (3 Millionen) Stück.

    Der durchschnittliche europäische Jahresfang an Glasaalen auf die letzten 3 Jahre gerechnet,
    betrug so um die 100 Tonnen.

    Davon ging etwas mehr als die Hälfte nach Asien, teils als Besatz für deren Aquakulturen,
    teils in Dosen als "Bonzenfutter".

    Der Rest wurde innereuropäisch verwertet, sprich als Besatz für Aquakulturen zur Anzucht von Besatzfischen.
    Der Preis für ein Kilogramm Glasaal liegt bei 1000 Euro.

    Hier geht es also um runde 100 Millionen Euro Geschäftsvolumen.
    Dafür bleiben ca. 300 Millionen Glasaale auf der Strecke.

    Ich habe in den letzten 5 Jahren zusammen 71 Aale gefangen.
    Diese stehen über 1,5 Milliarden gefangenen Glasaalen gegenüber.
    Unverantwortlich, wie stark ich den Aalbestand in den letzten 5 Jahren geschmälert und somit gefährdet habe.

    Wenn man dem Aal wirklich ernsthaft helfen möchte, wäre doch der folgende Vorschlag nicht schlecht:

    1. Deckelung des europäischen Glasaalfangs auf 30 Jahrestonnen.
    2. 75% des gefangenen Glasaales muss in europäischen Aufzuchtbetrieben verbleiben.
    3. Nachrüstung aller Flusskraftwerke mit funktionierenden Fischtreppen für Wanderfische innerhalb von 3 Jahren.
    4. Berufsfischreilicher Aalfang: Quotierung auf 50% des Jahresfangs 2009
    5. Fangbegrenzung für Sportfischer auf jährlich 5 Aale für Jahreskarteninhaber, Tageskarten max. 1 Aal pro Tag
    6. Einführung einer zweckgebundenen "Aalabgabe" über einen Aufschlag von 10% auf die Ausgabepreise der Erlaubniskarten.

    Hiermit wären alle im Boot und jeder würde sein Scherflein beitragen.
    Auf dieser Schiene würde ich gerne meinen Beitrag leisten, aber einfach hingehen und sagen,
    dass die Sportfischer keine Aale mehr fangen sollen/dürfen bringt nichts.
    Nur gemeinsam lässt sich was bewegen....ein Part alleine bewegt nichts.

    Gruß
    Norbert

    Es gibt zwei Dinge, die man nicht ändern kann: Die Frauen und das Wetter.
    Also warum darüber aufregen?

    Fehmarn vom 11.12.2022 - 15.01.2023:thumbup:

  • Das war - danke, Norbert - einer der erwarteten Beiträge!

    Bevor ich zur Sache komme - hier einmal meine Motivation:

    Mit dem "Aal" bin ich groß geworden. Mein Vater hat in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts geangelt und einfach Unmengen gefangen. Als Kinder konnten wir Aal schon nicht mehr sehen oder riechen, obwohl sich Muttern alle Mühe gegeben hat, ihn in allen Variationen auf den Tisch zu bringen...

    Umso bitterer kommt es einem vor, dass dieser "allgegenwärtige" Brotfisch jetzt zu verschwinden droht.

    Zunächst soviel: Die Sportfischer tragen - wenn überhaupt - den kleinsten Teil der Schuld.

    Sehr gespannt bin ich auf die Postings derjenigen, die den Aal in ihrem Nick aufgenommen haben, sei es als "angler", "hunter", "jäger" oder wie auch immer.

    MAX

  • Als Elbbewohner ist der Aal mein Zielfisch.
    Dazu kommt noch der Zander. Mehr ist für mich in der Elbe uninteressant, vielleicht noch der Elbbutt im Winter.

    Ich kann leider nicht sooft angeln gehen, wie andere es tun. Wenn ich mal sehr hoch rechne, dann komme ich auf max. 10 Aalansitze im Jahr.

    Durchschnittlicher Fang wären 2 Aale pro Ansitz, machen 20 Aale im Jahr!

    Blicke ich jedoch zurück ins letzte Jahr, dann habe ich vielleicht 10 Aale gefangen!!!!

    Und da der Bestand immer mehr abnimmt, werden die Fänge auch immer geringer.

    Ich fühle mich in keiner Weise Schuld an dieser Situation. Und wir alle wissen, wer für den dramatischen Rückgang verantwortlich ist.

    Solange die Verantwortlichen genug Geld damit verdienen und damit die Macht haben, ihr Vorgehen beizubehalten, solange wird sich nichts ändern.

    Wenn den Politikern wirklich etwas daran liegt, hätten sie schon längst im EU-Parlament etwas getan. Nein, auch sie sind abhängig.

    Ich glaube, ich brauche hier nicht ein Wort mehr darüber zu verlieren, weil wir es alle wissen.

    Ich gebe dem Aal noch 5 Jahre, dann ist er verschwunden. Wenn ich aufhöre auf Aal zu angeln, dann sind es noch 5 Jahre und eine 10tel Sekunde!

    @ Norbert

    Diene Maßnahmen können sinnvoll sein. Aber wenn ich nur 5 Aale pro Jahr fangen darf, motte ich mein Gerät ein. Und wenn ich als Tageskarten-Angler nur einen Aal angeln darf....dafür packe ich nicht mein Zeug ein und verfahre mehrere Kilometer!!

    Ich würde das Angeln einstellen. Auch wenn ich jetzt nicht viele Aale fange, so ist jedoch die theoretische Möglichkeit da, ein paar Aale rauszuziehen.
    Doch wenn ich weiß, ich sitze an der Elbe und muss nach einem Aal wieder einpacken, dann wage ich ja nicht einmal auszuwerfen!!!!
    Wozu dann überhaupt los ziehen.


    Wichtiger sind eben das Rauchverbot; Hundeverordnungen für 5 Bisse pro Jahr (echte Bisse, keine Spielverletzungen); unsinniges Pfandgesetze etc.


    Ich werde so lange auf Aal angeln, wie ich es noch kann oder darf. Danach wird meine Angelhöker eben noch weniger an mir verdienen.

    Ich freue mich, wenn es regnet.

    Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.


    Karl Valentin, deutscher Humorist * 4.Juni 1882; † 9.Februar 1948

  • Moin in die Runde,
    hier mal einer mit dem Aal im Nick.
    Wenn ich an die 1970iger zurückdenke, werde ich auch wehmütig. An der Elbe bei Bassenfleth waren 20 Aale und mehr pro Tide keine Seltenheit. Das waren noch Zeiten.
    Mein Wunsch ist, dass nachfolgende Generationen das wieder erleben dürfen.

    In den letzten Jahren wurden meine Aalfänge immer weniger. Wir wissen ja warum.
    Ist ja eigentlich schon alles aufgeführt worden.
    Wegfang der Glasaale bei den Franzosen und Belgiern, Wasserkraftweke und Absperrungen ganzer Flußbreiten mit Aalhamen um ja keinen abwandernden Blankaal durchzulassen.
    Dann kommen noch Parasiten in den Schwimmblasen der Aale dazu, sowie Umwelverschmutzungen und und und..................
    Das kleinste Rad in diesem riesigen Getriebe, die Angler, sind meiner Meinug nun wirklich nicht schuldig an dem Dilemma.
    In einem Posting habe ich gelesen, dass ein Angler keine Ansitze mehr auf Aal machen will. Er meinte, dass er sich an der Ausrottung der Aale nicht beteiligen will.
    Gut, ist seine Meinug die von mir akzeptiert wird.
    Ich werde aber weiter auf Aal gehen, fühle mich dabei nicht schuldig und habe kein schlechtes Gewissen. Untermaßige werden von mir sowieso zurückgesetzt.
    Würde, wie vom Duke schon angesprochen, mich auch an Fangbegrenzungen halten. Auch ein auf mehrere Jahre erlassenes Fangverbot wäre vielleicht nicht schlecht.
    Aber warum muß der "kleine Angler" mit solchen Maßnahmen beginnen?

    In den Niederlanden z.B. muß ab Januar 2009 jeder in Binnengewässern gefangene Aal direkt zurückgesetzt werden. Dieses gilt ab 1 Juli 09 auch für die Meeresangler.

    Die Amerikaner und Kanadier haben schon reagiert und ihren Glasaal unter Schutz gestellt.
    Gruß Gunter

  • moin,

    Norbert hat eigentlich der Diskussion schon den Wind aus den Segeln genommen. Hervorragender Beitrag !!!

    Das soll jetzt kein Widerspruch zu Norberts Meinung sein:
    Wenn ich mich an die Quote von Norbert halten will, muß ich sehr wahrscheinlich etliche maßige Aale mit Haken im Schlund wieder in das Wasser entlassen. Sicher, der Aal verdaut mit der Zeit auch den Haken. Ob das aber wirklich so gut für das Tier ist, weiß ich auch nicht. Und wenn es mir andere Angler gleich tun, wird dieser eine Aal möglicherweise etliche Haken verdauen müssen. Das ist natürlich reine Theorie und die Wahrscheinlichkeit ist äußerst gering, dass dies geschieht.

    Leider ist die Wahrscheinlichkeit, das die, die das Sagen haben, Norberts gute Vorschläge annehmen, auch äußerst gering.

  • Hallo zusammen.

    Ich habe durch die Aale meine Leidenschaft fürs Angeln entdeckt, mit den putzigen Schlänglern fing damals alles an...
    Bei uns im Verein wurde das Schonmaß auf 50 cm hochgesetzt, was auch längst überfällig war.
    Trotzdem ist in unseren Seen der Aal noch zuhauf vertreten und da ich mich diesem Fisch verschrien habe, werde ich wohl auch noch weiterhin vereinzelt Ansitze auf ihn starten..
    Dafür habe ich mein "Kochtopfschonmaß" auf 65 cm hochgesetzt!

    MfG,
    Kris

    Ist der erste Fisch ein Barsch, ist der ganze tag am Ar**h!


  • Ohne Norberts Maßnahmenkatalog in Frage stellen zu wollen, möchte ich einfach einmal meine Gedanken zu den Punkten loswerden.

    Zu 1)
    Ich persönlich halte selbst 30 Tonnen für zu viel. Denn ich vermute, dass 25% den Fang/Transport nicht überleben! (Ideal für's Dosenfutter!!! Asiatische Mägen sind unempfindlicher! ;-)).
    Der Preis wird zwar enorm steigen, doch wird es den Fischern nicht die fehlenden 70% ersetzten. Man wird sie finanziell unterstützen, was auch wieder Geld kostet.
    Zu 2)
    Wenn nach meiner Vorstellung 25% Glasaale sterben, dann hat sich die Quote ja schon von allein geregelt :D
    Ich frage mich, warum überhaupt diese geschmacklosen Glasaale als Nahrung anbieten. Die Dekadenz wird auch ohne Glasaal überleben!

    Aber: Sie überleben auch ohne Kaviar, können es aber nicht lassen, ihr Geld für einen Teelöffel voll aus dem Fenster zu werfen. Also sollen noch mehr Geld für eine Dose Glasaal rauswerfen. Weil das Geld für den Schutz der Aale benötigt wird. Und wenn sie eh nur die Verendeten kriegen.....
    Mit ein bißchen Sojasosse fällt das nicht auf!

    Zu 3)
    Ist natürlich auch eine Kostenfrage, aber die Betreiber von Turbinen etc. sollen eben in die Verantwortung genommen werden.

    Aber es gibt ja auch das Problem, dass man irgendwo einen Stausee hat. Die Treppe hier wäre einfach zu steil. Doch wenn man dann im Stausee und dahinter Aale aussetzen würde, hätte keiner der Aale eine Chance heil ins Meer zu kommen. Es sei denn: Siehe meinen Punkt 7!

    Zu 4)
    Den Berufsfischern wird es wehtun. Aber lieber jetzt weniger, als später gar nichts mehr! Andererseits: Auch hier wird dann der Preis für Aal steigen, was ein kleiner Ausgleich ist.
    Aber seit dem Kriege sind schon viele Berufe in der Versenkung verschwunden. Schuster, Werkzeug- und Büchsenmacher..., um nur einige zu nennen.

    Zu 5)
    Ich hatte es schon erwähnt: Für 5 Aale pro Jahr (oder 1 Aal pro Ansitz) gehe ich nicht mehr angeln. Da werden jetzt andere Sagen: OK, bleibst du eben zu Hause, stört mich doch nicht!!! Das ist natürlich mein persönliches Problem, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass andere 'Aalfänger' das Gleiche haben!
    Was werden die tun? Auf Karpfen gehen! Die finde ich in der Elbe nicht, was auch gut ist, da ich Karpfen nicht mag. Denn ich bin Kochtopfangler. Und wenn ich keinen Fisch mehr für die Pfanne bekomme, dann kann ich es auch bleiben lassen.

    Müsste vielleicht öfter an den FoPu fahren, wenn ich denn unbedingt angeln will.
    Aber Osmar hatte es auch schon angesprochen: Ob so ein gepiercter Aal wirklich das Wahre ist?
    Man kann also das Grundangeln mit Wurm schon mal generell einstellen. Denn die Gefahr hier einen Aal zu fangen, der den Haken auch tiefer geschluckt hat, ist recht hoch.
    Das man schon Aale mit halbverdauten Haken im Magen gefunden haben will / hat, ist zwar eine Bestätigung, dass diese Aale es überlebt haben, aber ich bin mir sicher, dass die Mehrzahl der verletzten Aale verendet ist. Auf diese Weise entsteht schnell ein Mythos.

    Zu 6)
    Wenn ich 10% mehr auf die Angelkarte zahlen muss, dann sieht das wie folgt aus!
    Ich zahle an der Elbe bei Winsen 3 Euro für eine Tageskarte. Das ist ggü. anderen Gewässern sehr preiswert. Ich zahle auch gerne 3,30 € (was den Fischer nervt, weil er immer 70 cent Kleingeld haben muss :-D).
    Ich zahle auch gerne 5 €....aber nicht für einen Aal! Wenn ich schon bezahle, dann möchte ich auch nach einem Aalfang weiter angeln dürfen.
    Ich fahre keine 20 km, schleppe mein Gerödel ans Gewässer, mache es mir gemütlich und nach 5 Minuten beißt ein Aal, grinst mich an und sagt: Einpacken und Tschüß!!!

    Jetzt werden wahrscheinlich die Gegenstimmen kommen: Tja, gehst du eben nur mit einer Rute ohne viel Gepäck los. Musst ja keine 20 km fahren, kannst es ja Daheim versuchen!

    Es gibt sicher immer Alternativen, doch die treffen für mich nicht zu. Ich habe aber oben schon erwähnt, dass da mein persönliches Problem ist und ich halt andere Konsequenzen ziehen würde. Ich würde das Angeln eben einstellen, weil es sich für mich nicht mehr lohnen würde. Von daher wäre Punkt 6 der Schlechteste für mich!

    Aber kommen wir zu Punkt 7, den ich hier mal einwerfen möchte!

    Bei den meisten Fischen gilt ein Mindestmaß. Die dienst dazu, das ein Fisch die Möglichkeit bekommt Geschlechtsreif zu werden und für Nachwuchs zu sorgen, bevor er gefangen wird. Beim Aal ist diese Regelung natürlich unnütz, da er während seines Aufenthaltes hier im Lande keinen Nachwuchs schafft.
    Es müsste also eher ein Maxiummaßgeben! Das heißt, dass auch Aale zurück gesetzt werden müssen, die größer als 90 cm sind!!!!!
    Denn wenn es ein Aal schon so weit geschafft hat, als gut 13 Jahre hier ist, dann steht er kurz davor, seine Ausreise zu beantragen. Sollte man ihm die verwehren?

    Der Fang von Blankaalen sollte also auch verboten werden.
    Ja ich meine, es sei zu überlegen, ob die Berufsfischer im Binnenland diese Aale nicht sogar abgeben sollten, damit sie Flußabwärts, hinter den Gefahrenstellen, wieder ins Wasser gelassen werden.


    Aber eines steht fest:
    Selbst wenn der Aalfang sofort komplett eingestellt wird, wird es mindestens 15 Jahre dauern, bis sie die Population einigermaßen erholt hat.

    Ich freue mich, wenn es regnet.

    Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.


    Karl Valentin, deutscher Humorist * 4.Juni 1882; † 9.Februar 1948

    Einmal editiert, zuletzt von Addi (7. Januar 2010 um 11:46)

  • Zitat

    Selbst wenn der Aalfang sofort komplett eingestellt wird, wird es mindestens 15 Jahre dauern, bis sie die Population einigermaßen erholt hat.

    paßt ja 100%ig !! Dann bin ich Rentner und kann richtig loslegen und Aal angeln ! :D

  • Hai @ All,
    ich hab wirklich lange überlegt ob ich was schreibe oder nicht, nun aber doch:

    - Allen die nicht zuerst die Schuld bei sich suchen, gratuliere ich zu einem ruhigen Gewissen.
    - Bin ich froh, dass es noch genug andere Schuldige gibt als uns Angler.
    - Genauso solche Aussagen wie :" Die paar Aale, die ich fange fallen eh nicht ins Gewicht ",sind natürlich toll. Genau solche Aussagen haben z.B. zur fast vollständigen Ausrottung einiger Tierarten geführt."Ach die paar Bäume, der Amazonas ist doch groß genug und zudem weit weg etc.etc.etc.

    Ihr könnt mich wenn ihr wollt gern zerfleischen oder im günstigsten Fall einen Idealisten nennen.
    Ich kann mich noch gut an die Diskussion mit den Thunfischen erinnern.
    Boykott war da das Zauberwort, auch von denen mit dem ruhigen Gewissen.

    Gruß
    Ralf

    Delirant isti Romani

    Danke Jungs auf die nächsten 50

    Einmal editiert, zuletzt von fussballhummer15 (7. Januar 2010 um 18:50)

  • @fussballhummer

    In einem gewissen Sinne muss ich dir natürlich Recht geben.

    Wie heißt das christliche Sprichwort noch?

    Wer frei von Unschuld ist, der werfe den ersten Stein!!!!

    Du sprichst von den Abholzen des Regenwaldes....
    ...und meinst es als Vergleich!
    Doch Dieser hinkt!

    Denn über eines sollten wir doch einig sein:
    Der Hauptgrund ist und bleibt der Massenfang der Glasaale.
    Würde ich jetzt eine Dose Glasaal kaufen, würde ich mich Schuldig bekennen.
    Genauso wie ich mich Schuldig bekennen würde, wenn ich Tropenholz kaufen würde!

    Und die Sache mit dem Thunfisch....ich esse keinen!

    Nehmen wir ein anderes Beispiel, das täglich aktuell diskutiert wird:

    Klimawandel (wer damit verdienen will, nennt es -katastophe!!!)

    Ich weiß nicht ob du ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor fährst! WEnn ja, dann trägst du zur Anreicherung des CO2-Gehaltes bei. Du kannst jetzt sagen, ich nehme mir ne Mofa....verbraucht weniger, aber es ist immer noch ein CO2 Ausstoß da! Der ist zwar gemessen an all die anderen CO2 - Verursacher geringer und fällt kaum ins Gewicht. Aber CO2!!!!

    Oder willst du zum Vegetarier werden? Die Fleischproduktion, sprich die Massentierzucht verursacht mehr CO2 als wir Autofahrer!!!!


    Es gab schon immer Angler und deren Fänge haben den Bestand noch nie richtig gefährdet, es sein denn, man übertreibt es und man fängt mehr, als man verbrauchen kann!

    WIR Angler sind nicht Schuld an diesem dramatischen Rückgang. Wir sind sicher mit daran beteiligt, aber in einem so geringen Maße, dass ich mir den Schuh des Bösen nicht anziehen muss!!!


    Oder noch ein Beispiel: Es fahren leider immer noch viele betrunken Auto. Soll ich jetzt zum Antialkoholiker werden, weil ich ein Auto besitze?????

    Ich freue mich, wenn es regnet.

    Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.


    Karl Valentin, deutscher Humorist * 4.Juni 1882; † 9.Februar 1948

  • moin,

    die Emfänglichkeit für solche Themen ist natürlich recht unterschiedlich. Warum jemanden zerreißen, der eine andere Meinung hat ?

    Wenn man taglich mit "sogenannten" Katastrophen konfrontiert wird, wie Klimawandel, Aalsterben, Schweinegrippe, Vogelgrippe, Rinderwahn, Aids ......

    hört man letztendlich auf, diese Dinge richtig ernst zu nehmen bzw. überhaupt noch darüber nachzudenken.

    Das Gegenbeispiel dazu ist Werbung. Wenn man 100 - Mal am Tag zu hören bekommt, dass der "Iron-Kartoffeltopf" der beste Topf der Welt ist, glaubt man es schließlich und kauft diesen.

    Wir Angler, die durch unser Hobby mit der Thematik Bedrohung der Aalbestände vertraut sind, machen uns die entsprechenden Gedanken darum. Die Politik z.B. hat ganz andere, weitaus, aus deren Sicht, wichtigere Dinge. Von daher brauchen wir also auf gar nichts zu hoffen. Dafür werden dann andere Themen aus reichlich bekannten Gründen hochgespielt.

    Ist schon eine Scheißsituation.

    Einmal editiert, zuletzt von Osmar (8. Januar 2010 um 08:11)

  • Osmar

    Auch du hast Recht.

    Nur du musst auch zugeben, dass wir Angler nicht Schuld an dieser Misere sind.

    Dann musst du auch sagen, dass dein Rotweinpups ( :-D) genauso die Umwelt belastet, wie die Abgase eines Rinderzuchtbetriebes! Uns sei ehrlich: Wenn du deinen Pups in eine Flasche leitest und dieses Gas gefiltert verbrennst.....ob das den CO2 Wert merklich verringert???

    In anderen Foren und auch im www hat man schon mal angedeutet, dass es ein Aalfangverbot geben soll. Doch es war nie die Rede vom Verbot des Glasaalfanges!

    Wer muss sich also mal wieder verantworten? Die, die am wenigsten damit zu tun haben!

    Das Problem ist aber auch, dass der Aal ein beliebter Speisefisch ist. Diesen unter Artenschutz zu stellen, würde eine Lawine von anderen Problemen auslösen.

    Wenn man über ein Aalfangverbot nachdenkt, dann muss man bei denen anfangen, die die Hauptursache setzen. Alles andere wäre Makulatur!

    Ich bin nicht bereit das Aalangeln einzustellen (schon gar nicht bei meiner geringen Fangquote), um für mehr Nachwuchs zu sorgen, der vor der Atlantikküste in großem und vor allem unnützen Stile heraus geholt wird!

    Stell dir vor, du müsstet auf 20% deines Gehaltes verzichten, weil dein Chef endlich die 3. Villa auf Mallorca haben will!!!!! ;)

    Ich freue mich, wenn es regnet.

    Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.


    Karl Valentin, deutscher Humorist * 4.Juni 1882; † 9.Februar 1948

  • moin Udo,

    Zitat

    Dann musst du auch sagen, dass dein Rotweinpups ( großes Grinsen ) genauso die Umwelt belastet, wie die Abgase eines Rinderzuchtbetriebes! Uns sei ehrlich: Wenn du deinen Pups in eine Flasche leitest und dieses Gas gefiltert verbrennst.....ob das den CO2 Wert merklich verringert???

    ja genau das, was Du da schreibst ist es ja. Nun gut, solange ich keinen sogenannten "Bio-Wein" trinke, hält sich mein Pups in Grenzen.
    Wie Du ja weißt, bin ich in einer Branche tätig, die sehr viel dazu beiträgt, Kohlendioxidausstoß zu verringern. Und dem Himmel sei Dank, dass Aale nicht fliegen können und nicht in die Rotoren unserer Windenergieanlagen gelangen können. Als Angler müßte ich mir dann einen anderen Job suchen.

    Ich denke grundsätzlich, dies weil Du den Begriff der "Schuld" hier anführst, dass das ein falscher Ausgangspunkt zur Führung einer Debatte ist, darüber zu philosophieren, wer an was Schuld trägt. Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Es ist einfach nicht mehr genug Zeit, darüber zu diskutieren, wer wann, welche Dinge verkehrt gemacht hat. Es ist an der Zeit, die Dinge so zu ordnen, dass der Aal als Art erhalten bleibt. Wenn es erforderlich ist, dass ich dann ein paar Jahre keinen Aal mehr angeln kann, dann werde ich das auch respektieren - selbst wenn die, von denen ich meine, dass diese es zu allererst tun müßten, es nicht tun.
    Ich verbessere doch keine Situation dadurch, dass ich sie ignoriere. Ich kann nur etwas ändern, indem ich selbst dazu beitrage, die Situation nicht zu verschlechtern. Tue ich es nicht, habe ich auch nicht das Recht, an den anderen rumzumäkeln.

    Du kippst doch auch kein Motorenöl auf die Erde, wissend, dass dies das Grundwasser versaut, nur weil Dein Nachbar das eventuell tut. Nein, Du läßt den Ölwechsel in der Werkstatt machen oder sorgst dafür, dass das Öl nicht in das Grundwasser gelangt. Und wenn Du dann eventuell Deinen Nachbarn auf sein Fehlverhalten hinweist und dieser rumzuckt, kannst Du ihn anschließend mit ruhigem Gewissen in den Arsch treten oder beim Umweltamt anzeigen.
    Machst Du es aber auch wie er, bist Du auch nicht besser.

    Wenn es also ein Aalfangverbot geben würde, würde ich es respektieren. So weit, wie möglich, werde ich auch nicht auf Aal angeln oder nicht gerade an Stellen, von denen ich weiß, dass ich dort mit großer Wahrscheinlichkeit einen Aal am Haken haben würde. Mag für den einen oder anderen hier nicht einzusehen sein: Nur wenn alle so tun, als sei nichts, wird sich nichst ändern.

    • Offizieller Beitrag

    moin..


    .. ich kann ja einiges verkraften und
    ohne eigenen kommentar einfach nur lesen, aber
    worüber hier diskutiert wird ist hahnebüchig :rolleyes:


    .. hier wird zBsp. von einer aussterbenden art geredet ?

    NEIN, das stimmt doch so gar nicht!..
    .. wie könnten sonst pro jahr weiterhin 100 tonnen glasaale
    gefangen werden?


    .. alles was zur art-erhaltung des aales direkt beiträgen könnte,
    das hat mit dem angler oder seinem wirken am wasser nix zu tun !


    .. der aal-angler kann weder mit dem haken tonnenweise glasaale fangen,
    noch beisst ein abwandernder blankaal auf irgend einen haken-köder..


    .. wer sich betäuben lässt und den kauderwelsch
    einiger schuld-sucher unter uns anglern glauben schenkt, der
    glaubt auch noch an den osterhasen :rolleyes:


    .. wo wird denn der aal wirklich vernichtet ?

    - mama blankaal landet bei der reußen- & netzfischerei wie der großteil der aale
    - baby glasaal landet tonnenweise in mägen, deren steuereinheit irrgeleitete gelüste suggeriert

    .. zudem kommen probleme wie:
    - wasserkraftwerke schnetzeln ne ganze menge aale
    - plötzliches massenauftreten wie beim kormoran kennt unsere ökologie
    seit jahrzenten nicht und der vogel liebt aale und zieht von "acker" zu "acker"..


    .. und bevor wir jetzt die eigenen kollegen anschei**en rechnen wir mal dagegen..

    .. wieviel aale wären denn in all den stehenden gewässern, wenn
    die vereine nicht seit jahrzehnten - jedes jahr- einen aal-besatz machen würden ?

    .. d.h. die vereine geben schon immer eine menge geld für gewässer-verbessernde und besatzerhöhende - bzw. erhaltende maßnahmen aus..


    .. kennt ihr einen Netz- reußenfischer am fluß der aus eigener tasche
    einen fischbesatz durchführt, um die menge fisch, welche er im jahr raußholt wieder nach-zu-setzen?

    .. ist von einem glas-aalfänger bekannt, daß er
    die menge aale bis zum blankaal-stadium aufpeppelt und der natur wiedergibt, damit
    ihm die nächsten tonnen "schnelles geld" gewiss sind ?

    .. steht irgendwo ein vogelschutz-bundler am gewässer rum und findet
    das systematische zusammentreiben von fischen
    durch kormoran-massen-ansammlungen endlich mal nicht nur als "schönes spektakel" ?..


    .. der aal wird nicht vom angler oder durch das hobby angeln vernichtet!


    .. durch den optimierten glasaalfang wird zugelassen, dass
    millionen tonnen aale gar nicht mehr die chance haben
    zu wachsen oder als wertvolle nahrung für
    küstenfische dienlich sein können..

    .. dadurch haben alle einen Nachteil, die normalerweise
    im ökosystem den aal als natürlichen bestandteil verzeichnen..


    .. genau ab hier fühle ich mich als D-bürger machtlos und ausgenutzt :(

    .. da wird unsinnig früh leben vernichtet und einer mehr als fragwürdigen
    ernährungspoltik fremder länder zugeführt; OHNE dass die davon betroffenen,
    in zig kilometern entfernung, dagegen etwas unternehmen können..

    .. es gibt KEINE medizinische notwendigkeit oder
    eine ernährungs-mangel-erscheinung, welche den verzehr von
    ökologisch wichtigen nahrungsgrundlagen wie den glasaal, rechtfertigen könnte ..
    .. also bleibt nur diese eingebildete gaumenfreude fremder länder übrig, auf deren basis
    man alle küstenländer und deren ökosysteme "kaputt-frisst" :(


    .. und komme mir jetzt keiner mit sprüchen wie; die angler fangen doch
    auch aale aus dem ökosystem.. :rolleyes:

    .. die besatz-aale kamen jahrzehnte lang von der reußen- netzfischerei;
    teilweise wurden sie aufgeppelt und wurden erst dann an die vereine als aal-besatz verhökert..

    .. diese art "umschichtung" in ein anderes gewässer, das
    hat die bestände nicht reduziert; denn die wenigen tonnen aale
    für angelverein-besatz-maßnahmen, die waren nur ein kleiner bruchteil
    der aal-ausbeute durch die reußen- und netzfischerei..

    .. hätte man keine reußen- und netzfischer bräuchte man gar keinen aalbesatz nachsetzen

    .. von den besatzaalen wandern genug ab um als blankaal mehr als genug
    jungaale heranwachsen zu lassen..


    .. außer, da leuchtet wieder eine laterne auf einem boot und
    die glasaale werden abgefischt und landen in einer DOSE ... :(


    .. mindestmaße;
    .. fangmengen-begrenzung;
    .. ein haken pro rute;
    .. vorgeschrieben rutenzahl;
    .. schonzeiten;
    .. verbote und regelungen ohne ende...
    .. licht als fangmittel verboten

    .. und da glauben einige kollegen immer noch, dass der angler
    der feind eines gesunden und kontrollierten fischbestandes ist?

    .. echt traurig :)

    .. dabei gibt es hier, bei dem spiel um den aal, deffintiv eindeutige "schädlinge",
    auch wenn man diese schlecht "packen" kann, denn
    es geht um einen menge geld-geile unternehmen..


    gruß rüdl

    .. ich hätte angeln gehen sollen ..

  • @ rüdl
    Bravo,

    der Aal ist mein Lieblingsfisch und Du sprichst mir voll und ganz aus der Seele, dem gibt es Nichts hinzuzufügen. Wenn es Deinen Text nicht schon hier gäbe hätte ich ihn sicher fast mit den gleichen Worten hier verfasst.
    Hoffentlich lesen den viele, auch Nichtangler.

    Grüsse aus Baden-Württemberg Harald