Nach 5 langen Jahre wollte ich wieder in meiner Heimat Urlaub machen und mit meinen Freunden Hardcore-Angeln: an der „Wolfs Revier“ Cardigan Bay in Wales.
Letztes Jahr im November haben wir alles klargemacht. Die Fähre wurde gebucht und eine Unterkunft ausgesucht.
Wir fuhren an den Ort in dem ich in meiner Jugend viele schöne Urlaube und Wochenende verbracht habe und wo auch meine Angelleidenschaft ihren Anfang nahm. Die unglaubliche Vielfalt der Fischspecies und Angelmöglichkeiten, sei es das Brandungsangeln mit einem Beachcaster, Spinnangeln in der Brandung von den Felsen oder in den Flußmündungsbereichen oder die vielfältigen Möglichkeiten vom Boot aus zu angeln, all das hat aus meiner Leidenschaft eine Sucht gemacht.
Nachdem wir dort also ein Dach über dem Kopf gebucht hatten gingen wir daran uns auf den neuesten Stand zu bringen wie:
- aktuelle Zeitschriften blättern z. B. Angler’s Mail, Sea Angler, Blinker, Fisch und Fang
- uns im World Wide Web bewegen um nach den neuesten/erfolgreichsten Erkenntnissen zu forschen um den Wolfsbarsch (meinen Lieblingsgegner) zu überlisten
Danach wurde es etwas teurer denn selbstverständlich mußte unser Angeltackle noch erweitert werden, natürlich ohne das meine Frau alles so ganz genau mitbekam. Aber was tut man nicht alles für seine Leidenschaft.
Anfang Juni haben wir dann bei unserer Bank die englischen Pfund bestellt und bezahlt. Zugeschickt wurden sie 1 Woche vor der Abreise, leider an die falsche Filiale. So langsam wurden wir nervös, nicht nur des Geldes wegen sondern die Wetteraussichten sahen ja auch nicht wirklich rosig aus. Aber kurz und gut, das Geld war doch noch rechtzeitig da und einen echten Angler schockt auch das schlechteste Wetter nicht! Am Samstag, den 23. Juni um 3 Uhr Morgens war es dann soweit.
Die Anreise klappte soweit ganz gut bis auf einen leichten Stau um London ( = M 25 der größte Autoparkplatz der Welt) herum. Nach 14 Stunden kamen wir an unserer ersten Station, bei meinem Bruder, an. Nach einem ausgiebigem, feucht-fröhlichem Widersehen ging es am nächsten Tag weiter durch die Berge nach Wales.
Auf dem Weg dahin haben bei uns die Warnschilder „Flood“ (Flut) eine leise Vorahnung aufkommen lassen, was uns wohl bald erwartet. Wir sahen Sandsäcke vor den Häusern, weggespülte Straßen, mußten riesige Umwege in Kauf nehmen kamen aber gesund und munter in unserem Wohnwagen an.
Trotz alle dem wurde 10 Tage lang in dieser wunderschönen Landschaft geangelt. Wir haben sämtlich Methoden angewendet und Angelplätze erkundet, unter Berücksichtigung von Ebbe und Flut, die uns in der Gegend zur Verfügung standen.
http://maps.google.com/maps/ms?ie=UTF…7,0.598755&z=11
Endergebnis: 6 Mann haben 1 Pollack gefangen und das am 1 Abend.
Tight lines
Jason
P.S. Laut Mike Thrussell (Redakteur bei Sea Angler, Angler’s Mail und World Sea Fishing) war es bei Ihm der schlimmste Monat an den er sich erinnern kann. Es fanden die schlimmsten Stürme, Regen, Hagel und Überflutungen in einem Juni, seit 1914 statt. Aufgrund des Wetters mußte er einige Angeltripps absagen. Er erklärte, das aufgrund der unglaublichen Mengen an Süßwasser die aus den Flüssen ins Meer kamen die Krabben nicht wachsen und ihre Schalen abwerfen konnten. Die Krabben (Peeler Crabs) sind ein Hauptnahrungsmittel der Raubfische in diesem Zeitraum an der Küstenregion. Das bedeutet widerrum das die Fisch weit draußen auf den Riffs am räubern waren. Aufgrund des miserablen Wetters konnte man aber nicht raus auf’s Meer um sie dort zu erwischen.
- Das ist meine Ausrede: und ich bleibe dabei ! -