Fische "großziehen"

  • Hey,


    Wollte mal bisschen fragen wie das läuft Forellen groß zu ziehen nicht züchten.
    Also: Ich ziehe bald um und in dem Dorf wohnt ein guter Freund meiner Mutter welcher einen Teich hat ca. 7-9 Meter lang & 3-4 Meter breit Wassertiefe weiß ich nicht verpachtet.
    Soweit ich weiß wurde der Teich schon lange nicht mehr "benutzt". Am oberen Ende ist ein Bach. "Bachaufwärts" sind auch 2 Teiche mit Forellen.
    Ich denke das das das Wasser des Baches auch da durch geht. Ist das gut das das Wasser schon benutzt wurde?
    Wie läuft das mit den Forellen. Hatte mir gedacht 30-40 Forellen rein setzen und alle 1-2 tage mal 2 Hände Forelli rein werfen.
    Ein Freund hatte mir erzählt, dass er einen Freund mit einem teich hat und der 100 Forellen eingesetzt hatte und die nicht füttert. Die Forellen wachsen tortzdem. Hab auch nicht vor die Forellen im großem Styl zu verkaufen.. Vielleicht mal an den Nachbarn oder so.. Hauptsächlich zum Eigenbedarf
    Vielleicht auch mal ein paar Barsche reinsetzen & zwei Karpfen. Habe gehört das eine bestimmte Art die Teich sauber hält: Stimmt das?
    Habt ihr sonst noch Tipps was ich tun oder zu lassen habe?


    PS: Wie ist das im Winter wenn der Teich zugeforen ist? Sterben die Forellen dann oder macht denen das nichts aus. Es könnte auch sein das durch die Strömung durch das rein fließende Wasser sich kein Eis bildet?

  • Hallo,



    als ich kenne da auch jemanden der so ganz nebenbei mehrere
    kleine Forellenmastteiche betreibt. Bei ihm wird das Wasser aus starken Quellen
    nur einmal in jedem Teich verwendet. Die Fische (nur Regenbogenforellen und Saiblinge)
    entwickeln sich bei ihm ganz hervorragend und schmecken auch ausgezeichnet. Das
    Quellwasser ist sehr sauber aber auch sauerstoffarm, es muss erst Sauerstoff
    aus der Luft durch verspritzen und Aufschlag auf die Teichoberfläche aufnehmen.
    Die Temperatur ist Sommer wie Winter sehr konstant um die 6-8 °C und hält die
    Teiche im Winter weitgehend Eisfrei.


    Er legt aus Erfahrung ganz besonders großen Wert auf einen guten Schutz der
    Teiche gegen alle Arten von Fischdieben. Marder, Katzen, Fischotter und Reiher
    sind die schlimmsten Feinde der Mastfische. Elektrozäune oder
    unterkriechsichere Zäune 0.75 m hoch gegen die Landtiere und reichlich Schnüre
    über die Wasseroberfläche gespannt helfen gegen Fischverluste.
    Gruß Haui006

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  • Ok.
    Wenn nächstes jahr mein Teich fertig ist kann ich ja auch mal ein paar Bilder hier rein stellen.
    Vielleicht habt ihr ja dann noch ein paar verbesserungsvorschläge..
    Weißt du wieviele Fische er in diesem Teich ca. drin hat? Und wie oft wer die Füttert?

  • Hallo
    Ich habe auch einen Gartenteich von deiner Größe in dem schwimmen keine Forellen, sondern Goldorfen, Rotfedern, Gründlinge und Karauschen. Ich verwende ein Sauerstoffpumpe ganzjährig. Mit Forellen kenne ich mich nicht aus,
    aber 40 Stück sind meiner Meinung nach zuviel, weil die sehr viel Sauerstoff benötigen. Ich würde mit 5 anfangen, um heraus zufinden ob das Wasser geeignet ist für dein Vorhaben. Die Stückzahl steigern kann man später immer noch.
    Im Winter fahren die Fische ihren Organismus runter und so verbrauchen sie weniger Sauerstoff, sodaß es nicht tragisch ist, wenn der Teich zufriert. Ich lasse einen 1m x 1m großen Klotz( wie heißt der Dämmstoff aus kleinen weißen Schnipseln
    ich komme nicht drauf) auf dem Teich treiben dieser hält den Teich dort eisfrei. Das langt völlig. Bloß nicht den Teich frei hämmern, dann schreckst du die Fische auf und sie verbrauchen viel Sauerstoff. Das ist ihr Todesurteil.
    Gruß Zandy

  • Hallo


    Man kann keinen Gartenteich mit einem Forellnteich vergleichen.


    Der Forellenteich braucht einen Wassereinlauf ( ich hatte 12 Sekundenliter, das war top) und logischerweise auch einen Ablauf. Ein richtiger Forellenteich kann gar nicht zu frieren da das Wasser immer in Bewegung ist. Außerdem sind 50 Forellen in so einem Teich überhaupt kein Problem. Die findest du fast nicht wieder. ( Ichgehe einfach mal davon aus das der Teich tiefer als einen Meter ist)


    Bei so einem Teich sollte man drauf achten das Einläufe und Ausläufe immer frei sind. Man die Fische nicht überfüttert um sich schnell groß zu bekommen, und das der Teich vor Fischdieben ( Reiher, Kormoran, Waschbär, Fuchs usw.) geschüzt ist.


    Man füttert 1 % vom Lenbendgewicht am Tag. Im Sommer sogar etwas weniger. Einen Tag vorm Schlachten füttert man gar nicht .


    Wenn du sonst noch fragen hast dan melde dich einfach


    Gruß


    Jan

  • Moin Jan,


    hätte da doch noch mal ne Frage....................


    1% vom lebendgewicht einer Forelle oder 1% von den gesamten Forellen die im Teich schwimmen ?


    Gruß Jürgen

    Ich grüße alle Angler die nach Fisch stinken und sich Schwimmhäute zwischen den Fingern wachsen lassen !

  • Hallo,



    in dem oben vom mir gezeigten Teich werden etwa 300 Forellen
    gehalten. Eine zusätzliche Belüftung erfolgt mit einer 50 Watt Membranpumpe. Ein Weidezaungerät hält die unliebsamen Gäste ab.
    Die Forellen werden von klein auf mit Pellet Futter versorgt. Dieses gibt es in der Größe von Staub-Brutfutter bis
    zu 6 mm. Auf den Futtertüten sind Richtwerte zur Fütterung als Tabellen aufgedruckt.
    Die tägliche Futtermenge kann 1% bis zu 3% des Stückgewichts betragen, bei 3% schmecken die Forellen
    aber sehr wahrscheinlich nach Futter. Lieber etwas langsamer Mästen. Der
    PH-Wert des Wassers sollte sich zwischen 5,5 und 7,0 bewegen. Zu saures Wasser (niedriger
    PH-Wert) kann mit gelöschtem Brandkalt neutralisiert
    werden.


    Gruß Haui006

  • Bei unserer Forellenaufzucht wird wie folgt gefüttert:


    Anzahl der Fische x durchschnittliches Stückgewicht in Gramm x 0,015 = Futtermenge in Gramm pro Tag
    Bei günstig gelegenem Teich, wenn du viel Flugnahrung hast (z.B. am Waldrand oder inmitten von Wiese), kannst du auf den Faktor von 0,01 runter gehen.


    Fängst du z.B. mit 50 Forellen à 100 Gramm an, bedeutet dies:


    50 Forellen x 100 Gramm x 0,015 = 75 Gramm pro Tag


    Du solltest mindest alle zwei Wochen das durchschnittliche Fischgewicht neu bestimmen und nach
    der obigen Formel deine Futtermenge dementsprechend anpassen.


    Zur Besatzdichte errechnest du zuerst mal das Wasservolumen, das in deinem Teich zur Verfügung steht (Länge Teich x Breite Teich x durchschnittliche Teichtiefe)
    Dann schätzt du den durchschnittlichen Wasserzulauf ab.
    Dieser sollte idealerweise so groß sein, dass er ungefähr die doppelte Wassermenge des Teiches pro Tag erreicht,
    sprich das Wasser quasi 2x pro Tag ausgetauscht wird.
    Wasser sollte auch im Sommer nicht zu warm werden (ideal sind maximal 14°C) und der pH-Wert sollte zwischen 6,5-8 liegen.


    Bei diesen Bedingungen kannst du locker 20 Fische pro m³ Wasser besetzen und hast noch gut Luft nach oben,
    allerdings solltest sicher sein, dass du sie auch bei einem ungefähren Stückgewicht von 350g auch los wirst.
    Darüber hinaus wird die Futterverwertung (Masse Futter zu Masse Fischfleisch) schlechter.


    Gruß
    Norbert

    Es gibt zwei Dinge, die man nich ändern kann: Die Frauen und das Wetter.
    Also warum darüber aufregen?

    Fehmarn von 25.10.-15.11.2020 :thumbup::thumbup:


  • Moin Haui, moin Nobby,


    danke für eure Ausführungen, nu hab ich das halb kapiert.


    Nu ist da aber ne neue Frage aufgetaucht........wofür steht die Faktor-zahl 0,015 bzw. was verbirgt sich hinter ihr ?

    Ich grüße alle Angler die nach Fisch stinken und sich Schwimmhäute zwischen den Fingern wachsen lassen !

  • Jürgen...mein alter Hanseat...0,015 sind gleich 1,5% ;-)
    Heisst also nix anderes, dass pro Tag in etwa 1,5% des Gesamtfischgewichtes im Teich als Futter eingebracht werden sollten.


    Ohne Mampf keinen kampf...auch nich bei den Forellen! :-D


    Rechne mal bei dir aus....1,5% deines Körpergewichtes pro Tag futtern :D:thumbsup:
    Da haben wir beide viel zu tun mein bester....Max dagegen wäre gleich mal fertig :-))


    Gruß
    Norbert

    Es gibt zwei Dinge, die man nich ändern kann: Die Frauen und das Wetter.
    Also warum darüber aufregen?

    Fehmarn von 25.10.-15.11.2020 :thumbup::thumbup:


  • Ich habe immer 1 % vom Lebendgewicht aller Fische gefüttert. Dabei sind sie sehr gut agbewachsen. Ich hatte natürlich auch viel natürliches Futter in Form von Bachflohkrebsen durch den guten Zulauf im Teich.

  • Sooo... jetzt ist es soweit! Heute war ich das erste mal mit zwei Freunden am Teich. Da wir wussten, dass keine Fische mehr im Teich sind, haben wir als erstes das Wasser abgelassen und prompt haben wir eine Menge Krebse gefunden. Als wir dann aber in den Teich stiegen, sanken wir erstmal Knieteif ein.
    Wir wollten eiogentlich einen Großteil des Schlammes raus schaufeln.. Ist aber sehr sehr mühsam.
    Daher wollte ich fragen ob es überhaupt nötig ist den Schlamm zu entfernen. Die Wassertiefe liegt mit Schlamm bei ca. 1-1,20. Ich weiß, dass vor ein paar Jahren schonmal Forellen drin waren, aber da war ja sicherlich noch nicht soviel Schlamm drin.


    mfG