• Der Wattwurm
    lateinischer Name:Arenicola marina



    Erkennungsmerkmale:
    Die Wattwürmer können bis zu 40cm lang werden und haben
    eine rote bis rotbraune Farbe oder je nach Untergrund auch
    schwarz.Über den Körper sind kleine Borsten verteilt.Das
    Schwanzende ist dünner als der Hauptkörper und heller gefärbt.


    Lebensweise:
    Sie leben in langen U-bis L-förmigen Röhren im Wattboden oder auf
    Sandbänken in ca.20cm Tiefe.
    An der Oberfäche hinterlassen sie die charakteristischen "Spaghetti"-
    Kringel.Wodurch sie ihr Vorhandensein verraten.
    Die Sommermonate,Juli und August,sind die "Paarungsmonate" der
    Wattwürmer.Der Samen der Männchen gelangt durch die Bewegung
    des Wassers in die Röhren der Weibchen,wo die Eier befruchtet werden.
    Aus diesen schlüpfen kleine Larven,die die Röhren der Weibchen
    verlassen und in geschützten Wasser den Winter verbringen.Im
    Frühjahr sind sie etwa 6mm groß.Im nährstoffreichen Watt oder Sand
    graben sie ihre ersten Röhren.Im Herbst wandern sie in die Wohngebiete
    der ausgewachsenen Würmer.
    Wattwürmer fressen Sand.Das anhaftende organische Material wird
    verdaut.Die unverdaulichen Reste scheiden die Würmer als Sandhäufchen
    (Spaghettikringel) wieder aus.


    Beschaffung:
    Der eilige oder auch "faule" Brandungsangler kauft sie bei seinem
    Händler.
    Hat der keine oder es ist Sonn-oder Feiertag,so muß man sich die
    Würmer selber beschaffen.
    Dies geschieht durch Graben,Plümpern/Stampfen.
    Graben:
    Fällt das Watt oder die Sandbank trocken,so kann man mit einer
    Grabeforke oder einem Spaten den Würmern zu Leibe rücken.Man
    gräbt sie einfach aus.Sie sind leicht zu finden durch die verräterischen
    Sandkringel.Die Stiele der o.g.Geräte sollten stabil sein,da nicht
    unerhebliche Kräfte aufgewendet werden müssen.
    Müssen wir die Würmer im Wasser graben,so verwenden wir ein
    auf einen Autoschlauch o.ä. montiertes Sieb und schaufeln den ausge=
    grabenen Meeresboden da hinein und spülen die Würmer aus.


    Plümpern/Stampfen:
    Fällt die Sandbank oder das Watt nicht trocken und das Wasser ist nicht
    zu tief,so heißt es,mit Wathose,Plümpel/Stampfer,kleinem Kescher und
    Eimerchen rein ins Wasser.Am besten gelingt dies in knietiefen Wasser,
    kann aber auch schon mal bis zur Gürtellinie reichen.
    Den kleinen Eimer hängt man sich um den Hals,so hat man beide Hände
    frei.



    In tieferem Wasser ist diese Methode nicht mehr lohnend,da man die
    Würmer nicht mehr erkennt.
    Der Plümpel ist ein Toilettenreinigungsgerät aus Gummi.Der kurze Stiel
    wird durch einen längeren Besenstiel ausgewechselt.Den Plümpel durch
    einen Schlauchbinder sichern,er kann sonst im Sand stecken bleiben.
    Den kurzen Steil nicht wegwerfen,er ergibt einen guten Priest.



    Die Stampfe ist eine 20cm runde Stahlplatte (4-5mm dick) auf der ein
    T-förmiger Eisenstiel mittig aufgeschweißt ist.
    Haben wir einen Sandkringel gefunden,so setzen wir den Plümpel/Stampfer
    darauf und machen mehrere Stampfbewegungen
    (auf und ab).Es entsteht ein riesiges Loch,aus welchem die Würmer
    durch die Stampf-und Saugbewegungen herausgespült werden.
    Öfter wiederholen,denn meist sitzen mehrere Würmer in dem Loch.
    Geräte wie Außenborder oder Bohrmaschine mit kleinem Propeller
    sind verboten.Wattwürmer dürfen,für den Eigenbedarf,nur im
    Handspülverfahren gefangen werden.


    Hälterung/Aufbewahrung:
    Die Würmer werden nach dem Graben oder Plümpern/Stampfen in
    einen Eimer mit feuchtem Seesand oder nur Seewasser gehältert
    und gleich verangelt.Man kann sie auch in feuchtes Zeitungspapier
    packen.Dieser Packen,in einer Plastiktüte verwahrt, kann sich bis
    zu 3Tagen im Kühlschrank halten.Aber dann ist es aus mit den
    Würmern--sie fangen an zu stinken.
    Möchte man sie etwas länger hältern,muß man schon "professionell"
    vorgehen.Eine Art "Kuchenblech",auch nicht tiefer,wird mit ca.3mm
    Seewasser gefüllt.Die Wattwürmer nebeneinander hineinlegen.Sie sollen
    sich nicht berühren.Das Seewasser am besten täglich wechseln,tote
    Würmer aussortieren.Mit dieser Methode schafft man es,die Würmer
    ca.eine Woche zu hältern.Kühl lagern!
    Dann gibt es noch eine Methode,die Würmer monatelang zu hältern.
    Aber dies hier anzuführen,würde zu lang werden.Mal sehen.


    Köder für Fischarten:
    Dorsch,Wittling,alle hier lebenden Plattfische,Aal etc.,
    aber auch Taschenkrebse und Wollhandkrabben verschmähen
    diesen Leckerbissen nicht.
    Es ist der Standardköder an der Küste!


    Methoden am Haken:
    Der Wattwurm wird mit der Hand oder mit einer Ködernadel auf den
    Haken aufgezogen.Dabei wird er bis über den Haken auf der Mund=
    schnur geführt.Spezis ziehen 2-3 Würmer auf das Vorfach-nach dem
    Motto,mehr Wurm,mehr Lockwirkung.
    Der Watti kann entweder mit der Pose (Kanal,Fluß) oder als Grund=
    montage angeboten werden,was meistens der Fall ist.Mit einer oder
    mehreren Styroporkugeln kann man ihn auch auftreibend anbieten,
    wegen der Krebse oder wenn viel Kraut dort wächst.
    Damit der Wurm beim Wurf nicht vom Haken fliegt,werden langstielige
    Haken mit 1-2 Widerhaken am Stiel verwendet und hängt den Haken
    dann noch in einen Clip am Vorfach ein.


    Besonderheiten:
    Zur Zeit wird der Wattwurm mit 16-20 Cent/Stück gehandelt.


    Mehr zum Wattwurm siehe hier
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wattwurm


    Alle Copyrights wurden gewahrt bzw.geklärt.
    Flunder

    Watt wär`n wa ohne Wattwurm?


    SAV Kanalfreunde Kiel e.V.


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    Wieder auf der Insel: neuer Anlauf: 24. 10. 2020 bis 31. 10. 2020

    Der Müll muss mit !!!



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