Wallercup 2008

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    Wallercup 2008



    Donnerstag 4. September 2008


    Endlich ist es soweit – diesem Tag hatten wir schon lange im Voraus entgegengefiebert. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Unsere Abreise nach Italien an den riesigen Fluss Po zum Wallercup stand an. Das Auto und der Anhänger wurden beladen und schon konnte es losgehen.


    In diesem Jahr nahmen wir erstmalig als Askari Fishing-Team am Wallercup 2008 des „Casa Silure“-Welscamps in Italien teil. Leider zog sich die Hinfahrt mit 13 Stunden etwas in die Länge. Aber der Ausgleich für unsere Strapaze erfolgte im Handumdrehen. Wir wurden herzlich von Askari Teamangler Harald Stadlhuber empfangen und die Sonne ließ sich nicht lumpen, ihren Beitrag zu dieser Veranstaltung zu leisten.


    Insgesamt 13 Teams waren bereits vor Ort. Nach der uns unendlich erscheinenden Anreise per Auto waren wir froh über einen kleinen körperlichen Ausgleich: Zelte aufbauen. Anschließend machten wir uns mit dem Boot vertraut.


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    Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, gleich raus auf die nächste Sandbank und erst einmal Köderfische fangen. Ruck zuck sind unsere Köderfischbehälter gefüllt und wir lassen endlich den Stress der Anreise hinter uns.


    Samstag 6. September 2008


    Die Auslosung der drei befischbaren Sektoren findet statt. Wir ziehen das Los für den Sektor 3, welcher ca. 10 km flussabwärts vom Camp „Casa Silure“ liegt.


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    Startschuss für den Wallercup ist heute um 14 Uhr.


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    Nach gut 2 Stunden Bootsfahrt erreichen wir unseren Sektor. An einer interessanten Stelle prüfen wir die Wassertiefen. Fischverdächtige Kanten unter Wasser mit geringer Sandverwirbelung machen auf sich aufmerksam. Mehrere schöne Fische tauchen auf dem Echolot auf. Darunter einige offensichtliche kapitale Waller – aber auch Futterfische wie Meeräschen und Brassen stehen hier am Platz. Wir legen unsere Ruten bis zur Dunkelheit aus und harren der Dinge, die kommen sollten.


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    Um ca. 21:30 Uhr erfolgt der erste langersehnte Biss. Manni ist sofort an der Rute und quittiert den Biss mit einem Anschlag. Der Fisch hängt! Die Rute biegt sich – aber der Fisch steigt im Drill aus. Leider war Petrus nicht unseren Glückes Schmied. Einen Fisch zu verlieren gehört zum Angeln einfach dazu. Dies ist aber nach wie vor eine bittere Erfahrung, wenn ein Fisch aussteigt.


    Sonntag 07. September 2008
    Da die Waller in der vergangenen Nacht ordentlich am Platz geraubt haben – wir konnten mehrmals deutlich das Schlagen einiger Waller mit der Schwanzflosse an der Oberfläche hören - bleiben wir noch eine weitere Nacht. In dieser Nacht kann ich drei Waller überlisten. Alle drei Fische leider knapp unter dem Mindestwertungsmaß von 120 cm. Wir haben also immer noch keinen Fisch für die Wertung.


    Mittwoch 10. September 2008
    Der erste Sektorenwechsel steht an. Wir wechseln vom Sektor 3 in den Sektor 1. Auf dem Weg dorthin bemerke ich, dass unser Benzin für das Boot knapp werden könnte.


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    Mit Hängen und Würgen steuern wir unseren neuen Angelplatz im 1. Sektor an. Die meisten Plätze sind bereits besetzt. Wir befestigen unser Boot an einem Baum und fischen vor teils versunkenem Totholz wenige Meter vom Ufer entfernt. Dennoch beträgt die Wassertiefe an dieser Stelle um die zehn Meter!


    Ein Hotspot, der es in sich haben sollte. Die Ruten waren im Handumdrehen ausgelegt – diese Arbeit entwickelt sich nach und nach zur Routine. Genauso wie das Fangen der Köderfische. Wir brauchen für die Fischerei auf Wels natürlich immer frische und gute Köderfische. Anders als in Deutschland ist in Italien der lebende Köderfisch gesetzlich erlaubt. Der erste Biss an unserer neuen Stelle entpuppt sich als Fehlbiss. Der Fisch hat zwar probiert – aber den Köder nicht richtig genommen.


    Nur 10 Minuten später hakt Manni einen kleinen Wels mit seiner Montage. Doch auch dieser Fisch – wie könnte es anders sein – bleibt unter der magischen 120 cm-Marke und kann nicht gewertet werden.


    In dieser Nacht fangen wir keinen Fisch mehr. Vielmehr sind wir damit beschäftigt, bei stark steigendem Wasserstand Treibholz und Dreck aus unseren Schnüren zu befreien und fernzuhalten. Mit einer solchen Arbeit kann man sich durchaus die gesamte Nacht um die Ohren schlagen. Das Ende vom Lied ist dann oftmals, dass man sich in der Nacht verausgabt. Am folgenden Tag verpasst man schnell mal einen Biss durch mangelnde Konzentration, bedingt durch den fehlenden Schlaf.


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    Am Morgen schaut Askari-Teamangler und Campbetreiber Harald Stadlhuber bei uns vorbei. Er versorgt uns mit Benzin fürs Boot sowie mit den aktuellen Fangmeldungen der vergangenen Nacht. Der steigende Wasserstand hat sich positiv auf das Beißverhalten der Waller ausgewirkt. Die anderen Teams konnten bereits gute Welse landen und damit punkten. Wir hingegen haben lediglich Treibholz gedrillt.


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    Wir wechselten erneut den Platz, da an ein Weiterfischen an dieser Stelle unmöglich erscheint. Dabei wählen wir unsere neue Angelstelle an ein paar Sträuchern die bei dem weiter steigendem Wasserstand einen interessanten, neuen Hotspot darstellt.


    Die Montagen legen wir wie folgt aus: zwei in einen ruhigeren Seitenarm des Pos, zwei mit Abreissleine versehen an Sträuchern und die letzten zwei versenkten wir mit Steinmontagen und Unterwasserposen in tiefen Löchern ca. 50 Meter entfernt hinter dem Boot.


    Und genau eine dieser beiden letzteren Ruten sollte tatsächlich für unseren ersten richtigen Waller-Erfolg sorgen. Unser Köderfisch in ca. 6 m Wassertiefe zappelte wie am Spieß und wurde immer unruhiger. Normal ist dies ein Zeichen dafür, dass ein Wels in unmittelbarer Nähe zum Köderfisch steht bzw. diesen durch seine Anwesenheit in leicht steigende Nervosität versetzt.


    Ich schnappte mir meine Rute und öffnete den Bügel der Rolle. Die Schnur halte ich zwischen Daumen und Zeigefinger fest, damit die Strömung keinen Schnurbogen verursacht. Dann ziehe ich zweimal ca. 0,5 Meter Schnur von Hand ein und lasse sie zurückgleiten.


    Ein Ruck geht durch meine Finger - Biss! Ein Waller hat meinen Köderfisch eingesaugt und schießt mit sehr zügig ablaufender Schnur in Richtung Hauptstrom. Sofort setzte ich einen beherzten Anhieb. Zack, der sitzt!


    Der Wels quittiert meinen Anschlag gleich mit durchgebogener Rute. Er protestiert mit allen Mitteln gegen sein Verhaftung. Uns ist klar - das kann kein kleiner Fisch sein!


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    Es folgt ein spannender, kräftezehrender Drill von ca. 20 Minuten. Jetzt kommt es drauf an - hält das Material, was es verspricht? Doch alles geht gut. Nach einer letzten kurzen Flucht des Wallers sehen wir unser Gegenüber zum ersten Mal an der Oberfläche. Und was wir da sehen, lässt unsere Augen größer werden. Ein gigantischer Waller taucht auf und durchbricht die Fluten.


    Der Fisch ist noch nicht ganz ausgedrillt und nimmt für eine letzte Flucht ca. 20 Meter Schnur von der Rolle. Die Bremse kreischt und die Rute biegt sich ein letztes Mal zum Halbkreis. So ein Drill ist ein wahrer Genuss.


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    Als ich den Fisch ein zweites Mal am Boot habe, packt Manni mit gekonntem Wallergriff ins Maul. Wie zwei Schraubzwingen klammern sich seine Hände und Arme am Maul des Fisches fest. Dabei denke ich: jetzt bloß nicht loslassen. Der Fisch hat kapituliert.


    Als wir meinen Waller später messen und fotografieren, staunen wir nicht schlecht: mit 232 cm ein neuer Personal Best für mich, der sich meiner Meinung nach sehen lassen kann.


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    Wir schätzen den Fisch auf ca. 90 kg. Beim Wallercup werden ja keine Fische gewogen, sondern es zählt später die Länge des Fisches. Daher ersparen wir dem Fisch diesen Stress des Wiegevorganges.


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    Auch in der darauf folgenden Nacht sind die Waller sehr aktiv und rauben wie wild um unser Boot herum. Doch unsere Bemühungen, einen weiteren Fisch an den Haken zu bekommen, bleiben vergebens.


    Mittwoch, 11. September 2008
    Ein weiterer Sektorenwechsel steht an. Nachdem wir unser Prozedere mit Rutenauslegen und -einrichten für die Nacht hinter uns haben, bekomme ich ca. 100 Meter hinter unserem Boot einen heftigen Biss. Der Fisch zieht anfangs so stark, dass ich die Rute nur mit Mühe und Not aus dem Rutenhalter bekomme. Nach kurzem, aber nicht ganz unkompliziertem Drill landen wir einen weiteren schönen Urian mit 164 cm. Auch dieser Fisch trägt mit zum späteren Wertungsergebnis bei.


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    Donnerstag, 12. September 2008
    Es ist erschreckend ruhig geworden, was das Beißverhalten der Waller angeht. An diesem Tag bleiben wir leider Schneider. Wir können keinen Fisch überreden, obwohl unsere Köder schmackhaft und gut präsentiert angeboten werden.


    Freitag, 13. September 2008
    Der Wallercup neigt sich dem Ende entgegen. Wir packen unser Tackle und machen uns auf den Weg ins Welscamp „Casa Silure“. Bei der folgenden Siegerehrung am Abend können wir den 3. Platz in der Kategorie größter Einzelfisch belegen. Wahrlich kein schlechtes Ergebnis! Bei der Teamwertung belegten wir den 8. Platz.


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    Den Tag lassen wir gemeinsam mit den anderen teilnehmenden Teams gemütlich ausklingen. Es wird gegrillt und wir stoßen auf den gemeinsamen Erfolg an. Wir fachsimpeln noch eine ganze Weile und erzählen Geschichten über vergangene Angelerlebnisse bis spät in die Nacht.


    Am kommenden Morgen packen wir unser Tackle zusammen. Es ist Zeit, aufzubrechen. Nach einem kräftigen Frühstück, einer Dusche und einer Rasur verabschieden wir uns von den anderen Teams und vor allem von Harry. Wir sind wieder auf dem Weg nach Hause.


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    Daheim gratuliert uns Askari Produktmanager Dirk Buran zu den Fangerfolgen.


    Petri Heil und allzeit gute Fänge!


    Dirk Petronetz und Manfred Hörstrup



    PS: Auch die Presse hat eifrig über dieses Event berichtet:


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    Quelle: Westfälische Nachrichten, 08.10.2008


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    Quelle: Hallo Sonntag, 12.10.2008


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