Eigenbau Jerkbaits

  • Eigenbau Jerkbaits


    Hallo lieber Bastelfreund, Tütchen auf, drübber, fertsch ......grins kennt jeder. Das Herstellen von Jerkbaits bedarf da schon etwas mehr Zeit und vor allem Geduld. Wenn man bedenkt dass Jerkbaits im Fachgeschäft doch nicht unerheblich zu Buche schlagen, dann lohnt evtl. schon die Überlegung sich solche „Unikate“ selber herzustellen, gerade jetzt in der dunkleren Jahreszeit, in der für solche Sachen doch mehr Zeit bleibt.


    Benötigte Materialien


    · Holzleiste in entsprechendem Querschnitt ( Holzarten: Buche o. Fichte )
    · Schraubösen 10x4 mm
    · Stabile Sprengringe
    · Drillinge je nach Größe des Jerkbaits
    · Acrylfarben ( Baumarkt, Bastelbedarf ) in den 3 Grundfarben um alle Farbtöne mischen zu können, weiss als Grundierung und schwarz
    · Karton evtl. für Schablonen
    · Epoxidharz Lack
    · Epoxidharz Kleber ( z.B. Uhu schnellfest 2k, ausm Baumarkt etc. )


    Benötigtes Werkzeug


    Die hier verwendeten Werkzeuge können benutzt werden, sind aber kein muss. Es wird allerdings kein Spezialwerkzeug benutzt, das niemand Zuhause hat, oder sich borgen könnte.


    Und so geht’s:


    Zuerst muss man sich entscheiden welche Form und Größe der Jerkbait haben soll. Es empfiehlt sich allerdings gleich zu Beginn mehrere Rohlinge herzustellen, da sich mit der Menge der Jerkbaits natürlich auch der Aufwand pro Arbeitsgang relativiert.
    Entsprechend den späteren Abmessungen wird die Fichteleiste im Querschnitt besorgt, selbst hergestellt oder gekauft. Ich habe mich im weiteren Ablauf für Fichte entschieden, da es leichter zu bearbeiten ist. Bei Nadelhölzern ist allerdings drauf zu achten, dass sie unbedingt Riss- und Astfrei sein sollten.


    Nach der Holzauswahl überträgt man die Form am besten mittels einer Pappschablone auf die Holzleiste.


    [pic=jerkbait1.jpg]jerkbait1.jpg[/pic]


    Nach dem „Aufreissen“ wird die Form grob ausgeschnitten (Stichsäge etc.) und danach die Kontur zugefeilt. Erheblich erleichtert ein Bandschleifer diese Tätigkeit. Vorsicht ist beim Rundungen schleifen angesagt, damit der Jerk nicht verkantet und weggeschleudert wird.


    [pic=jerkbait2.jpg]jerkbait2.jpg[/pic]


    Nachdem die Kontur bearbeitet ist, werden die Ecken gerundet. Wer im Besitz einer Oberfräse ist spart hier deutlich Zeit. Mit einem Rundungsfräser und Anlaufring ( Radius 5-6 mm ) geschieht dieser Arbeitsschritt relativ zügig. Wer so was nicht hat, kann aber jederzeit mit Feile und Raspel eine gleichmäßige Rundung rund um den Jerkbait anfeilen. Wenn eine Seite fertig ist, wird die gegenüberliegende gerundet.

    [pic=jerkbait3.jpg]jerkbait3.jpg[/pic]


    Damit sind die „groben“ Arbeiten schon so gut wie erledigt. Die Rundungen und Kanten werden mit Schleifpapier verschliffen ( Kö 120 / 180 circa ).
    Nach dem „verputzen“ wird an der Stelle, an der später eine Schrauböse angebracht wird ein Stahlnagel (Durchmesser ca. 1 mm) als Haltestange zum lackieren vorsichtig eingeschlagen.


    Nach diesen Vorbereitungen geht’s ans grundieren. Ich gehe hier der Einfachheit halber nur aufs pinseln ein, wers anders kann/will nur zu ;o) Mit weissem Acryllack wird einmal grundiert, und nach entsprechender Trockenzeit mit Schleifpapier Kö 220 / 240 zwischengeschliffen. Durch das schleifen vor dem grundieren wurden die Holzfasern „platt“ gedrückt, die durch die Feuchtigkeit des Lacks nun wieder „aufstehen“ und zur rauen Oberfläche führen. Deshalb der Zwischenschliff. Anschließend kann das 2. mal weiss grundiert werden. Die weisse Grundierung hat 2 Ursachen. Zum ersten wird die Oberfläche glatt zum farblich gestalten und zum zweiten leuchten die Farben anschließend auf weissem Untergrund viel schöner und ergeben das viel bessere Ergebnis.


    Nach dem 2. Grundieren kann nochmals geschliffen werden, wenn nötig. Danach zeichnet man sich mit Bleistift ganz leicht das Muster vor und entschließt sich für die Gestaltung. Auch können Bereiche an die bestimmte Farbe nicht soll, abgeklebt werden. Aus den drei Grundfarben gelb, rot und blau kann jeder beliebige Farbton gemischt werden und mit weiss bzw. schwarz aufgehellt oder abgetönt werden. Ist entsprechendes Muster aufgemalt, folgt der erste Versiegelungsschritt.
    Beim Versiegeln möchte ich hier mal ausschließlich auf Epoxy Lack hinweisen. Es können auch andere Klarlacke verwendet werden, allerdings besitzt kaum ein anderer die guten mechanischen Eigenschaften wie Epoxylack, und garantiert für hohe Lebensdauer.
    Epoxylack nach Mischungsverhältnis anrühren und Jerkbait dünn versiegeln. Trockenzeit danach min. 24 Std.


    [pic=jerkbait4.jpg]jerkbait4.jpg[/pic]


    Ist der Lack getrocknet geht’s ans Schraubösen einbringen. Dazu wird mittels 1,5 mm Bohrer an der Position an die die Schrauböse soll vorgebohrt. Die Bohrtiefe entspricht der Ösenlänge.
    Der Anfang sollte noch mit einem Bohrer Durchmesser 2,5 mm auf etwa 5 mm tiefe aufgebohrt werden. Sind alle Löcher soweit gebohrt kann mit dem einkleben begonnen werden..
    Zuerst Epoxykleber anrühren und mit einem dünnen Stahlnagel das Loch damit füllen. Auch der Gewindegang der Öse wird mit Kleber bestrichen, und die Ösen dann zügig eingeschraubt und mit einer Zange vorsichtig festgedreht (Vorsicht, nicht überdrehen).
    Der Kleber ist ca. 5 min verarbeitungsfähig. Fängt er an Fäden zu ziehen bitte nicht mehr verwenden, weil dann keine absolute Tragfähigkeit mehr gewährleistet ist. Also lieber öfters kleinere Portionen anrühren. Auch darauf achten, dass der Kleber das Loch komplett ausfüllt bzw. austretenden Kleber vorsichtig abwischen. Das Loch sollte mit dem Kleber versiegelt sein.
    Wenn der Jerkbait soweit gefertigt und getrocknet ist kommt die schwierigste Arbeit, das Austarieren.
    Dazu aus Dachdeckerblei entsprechende Streifen schneiden und zu einer Schnecke aufrollen.


    [pic=jerkbait5.jpg]jerkbait5.jpg[/pic]


    Nun werden die „Bleischnecken“ grob abgewogen. Mittels Wassereimer / Badewanne wird das genaue Gewicht festgelegt. Die von mir angegebenen Werte können je nach Form und Bearbeitung differieren. Die Schnecke lieber zuerst zu schwer machen und dann Stück für stück abknipsen bis das Gewicht passt.
    Die Bleischnecken werden mit Fensterkitt ( Kaugummi geht auch, und hat jeder Zuhause ;o) an die vorgesehene Stelle geklebt und der Jerk ins Wasser gesetzt. Je nach Wunsch kann so dann ein schwimmender, sinkender oder schwebender ( Suspender ) Jerkbait hergestellt werden.
    Ein guter Richtwert: Bei schwebendem Zustand +2 gr. Je Bleischnecke = sinkender oder – 2 gr. schwimmender Jerkbait. Hier muss man ein bisschen Fingerspitzengefühl walten lassen.
    Ganz wichtig ist folgender Hinweis: Vor dem austarieren Sprengringe und Drillinge montieren, da diese durch ihr Gewicht nicht unerheblich die nötige Bleimenge verändern.


    [pic=jerkbait6.jpg]jerkbait6.jpg[/pic]


    Ist die richtige Bleimenge ermittelt, werden die Drillinge und Sprengringe wieder entfernt, da diese das weiterbasteln behindern. An den Stellen an denen die Bleischnecken kleben werden entsprechend große Löcher von unten gebohrt und die Bleischnecken mit Epoxykleber eingeklebt. Nachdem der Kleber getrocknet ist kann das Loch mit neuem Kleber gefüllt werden, um es wasserdicht zu machen und ähnlich dem Verspachteln die Löcher möglichst wieder füllt. Nach dem trocknen kann farblich über den Kleber gepinselt werden. Wen die sichtbare Schnecke nicht stört, kann auch gleich fertig versiegelt werden.


    Zum versiegeln wird 2 weitere male mit Epoxylack dünn darüber gepinselt, wobei peinlich darauf zu achten ist, dass wirklich nirgends Stellen vergessen werden. Je mehr Lackschichten, um so unempfindlicher wird der Jerkbait gegen mechanische Beschädigungen wie z.b. scharfe Hechtzähne.


    Nach dem endgültigen trocknen kann der Jerkbait fertig montiert werden und ist Einsatzbereit.
    Wer sich das so noch nicht ganz zutraut, der kann auch einen Jerkbait kaufen und entsprechend „abkupfern“.


    Modifikationen


    Natürlich ist diese Bastelanleitung kein Pflichtprogramm und jeder kann dem Jerk durch was auch immer seine ganz persönliche Note geben. Ich verwende z.B. nach dem fertig lackieren sogenannte „Wackelaugen“ aus dem Bastelgeschäft um nen Zusatzreiz zu geben. Auch Geräuschkapseln können integriert werden, farbige Wollfäden am Heckdrilling etc...... der Phantasie kann da schon Spielraum gelassen werden ;o)
    Hier noch ein Paar Gestaltungsmuster von anderen Eigenfertigungs-Jerkbaits


    [pic=jerkbait7.jpg]jerkbait7.jpg[/pic]


    Ich habe mal meine 3 Grundformen der Jerkbaits als PDF zum Download aufgearbeitet. Diese können als Schablonen dienen.


    Jerk I
    Jerk II
    Jerk III


    Und nun viel Spaß beim selber basteln, und wenn’s soweit ist dickes fettes Petri zum fischen, und eines ist sicher, ein Fisch auf nen Eigenbauköder zählt mindestens doppelt ;o)


    Greetz da Harry