Gerätekunde: Marker- und Spotrute

  • Hallo Leute,
    hier mal ein bißchen Gerätekunde zu den oben genannten Ruten.


    MARKERRUTE (LOTRUTE)


    Dieses "Utensil" hat 3 wichtige Aufgaben und ist nicht nur für Karpfenangler sehr nützlich:
    1. Schnelles und einfaches messen der Gewässertiefe und das Suchen von "attraktiven" Angelstellen (Hotspots) unter Wasser.


    2. Markieren von Futterplätzen während des Anfütterns und Auswerfens der ANgelruten.


    3. Ertastung der Grundbeschaffenheit des Gewässers (Schlamm, Steine, Kraut, usw.).


    Gerät:
    Als Markerrute kann man prinzipiel jede Angelrute verwenden, man sollte jedoch bedenken das man mindestens so weit werfen muss wie man mit den Angelruten kommt, sonst kann man manche Plätze nicht markieren. Deswegen sollte es schon eine "Weitwurfrute" mit harter Aktion sein damit sich damit ordentliche Wurfweiten bewerkstelligen lassen. Gleichzeitig sollte die Spitze weich genug sein um den Gewässergrund noch abtasten zu können.
    Es gibt spezielle Markerruten auf dem Markt, das sind im Prinzip normale Karpfenruten. Die Wurfgewichte gehen von 2,75lbs bis X, manche verwenden auch schwere Spotruten zum Loten.


    [pic=luecke_marker_01.jpg]luecke_marker_01.jpg[/pic]


    Die Beringing ist meißt angepasst und man hat oft nur 5 große Ringe was der Wurfweite zu gute kommt -> Da man mit der Rute normalerweise nicht angelt sind die wenigen Ringe auch kein Problem. Man sollte den Abstand zwischen Rolle und erstem Ring abmessen oder sich Markierungen auf den Blank machen, bei den meißten Markerruten ist das ziemlich genau 1m.


    [pic=luecke_marker_02.jpg]luecke_marker_02.jpg[/pic]


    Als Rolle empfehlen sich dann natürlich "Weitwurfrollen" und die am besten mit Freilauf damit man schnell und einfach die Schnur von der Rolle ziehen kann.
    Als Schnur empfehlen sich dünne Geflochtene (12er bis 20er) in Verbindung mit einer vorgeschalteten dickeren Mono-Schlagschnur, etwa 10m. Die Geflochtene ist dafür da das direkter Kontakt zum Blei hergestellt wird und die dünne Schnur erhöht auch wieder die Wurfweite. Auf der Schlagschnur kann das Blei besser gleiten (Geflochtene vertüddelt sich schneller) und man schlitzt sich beim Werfen nicht so schnell die Finger kaputt.


    [pic=luecke_marker_03.jpg]luecke_marker_03.jpg[/pic]


    Montage:
    Eine Lotmontage sollte folgendermassen aussehen:
    Man braucht:
    - Bleie, am besten welche mit großer Auflagefläche (Grippa oder Flatbleie)
    - Ein bißchen Anti Tangle Tube, am besten aus Gummi oder Silikon
    - Ein bißchen dicke und steife Schnur
    - EIne Gummi oder Plastikperle
    - Wirbel mit großer Öse
    - kräftiger Karabinerwirbel
    - Markerpose
    - evtl. ne kleine Korkkugel als Auftriebskörper


    [pic=luecke_marker_04.jpg]luecke_marker_04.jpg[/pic]


    Diese Montage ist dazu gedacht um auch im Kraut und bei Hindernissen loten zu können ohne das sich die Markerpose am Gewässergrung verhakt.


    Als erstes den Wirbel mit großer Öse an die steife Schnur knoten und ein STück Schlauch (ca. 25-35cm) aufziehen. Wer wil kann vor den Schlauch noch einen Auftriebskörper auffädeln so steht die Montage immer schön senkrecht auf den Grund.


    [pic=luecke_marker_05.jpg]luecke_marker_05.jpg[/pic]


    Jetzt den Schlauch so weit wie möglich zusammenschieben und das Blei anknoten. Zum Schluss sollte idealerweise der Schlauch das ganze Schnurstück bedecken.


    [pic=luecke_marker_06.jpg]luecke_marker_06.jpg[/pic]


    Jetzt wird das Blei mit der großen Wirbelöse auf die Hauptschnur gezogen. Danach kommt die Plastikperle als Puffer und verhindert auch das sich die Wirbel verhaken können. Ans Ende kommt jetzt noch der Karabinerwirbel in den die Markerpose eingehängt werden kann.


    [pic=luecke_marker_07.jpg]luecke_marker_07.jpg[/pic]


    Handhabung:
    Man wirft diese Montage jetzt mit der Markerrute aus, dann zieht man die Schnur starff bis man merkt das die Pose unten am Blei angekommen ist. Jetzt schaltet man den Freilauf der Rolle ein und zieht in 1m Schritten die Schnur von der Rolle und zählt mit bis die Pose an der Oberfläche auftaucht. Jetzt noch die 30cm Blei dazurechnen und man hat die genaue Gewässertiefe.
    Zum Grund ertasten zieht man die Schnur wieder stramm bis ans Blei und zieht das Blei jetzt mit der Rute über Grund, so sieht man an der RUtenspitze und merkt am Widerstand wie der Gewässergrund beschaffen ist.
    Für alle die dem Englischen mächtig sind hier noch ein kleines Filmchen was ich gefunden habe: Klick Hier!




    SPOTRUTE


    Mit einer Spotrute befördert man Futter an einen Angelplatz, besonder bei großen DIstanzen haben sich Spotruten bewährt weil man mit Futterschleuder und Co. meist nicht mehr so weit kommt.


    Gerät:
    Als Spotruten eignen sich schwere Karpfen-, Waller- und Brandunsgruten mit hohem Wurfgewicht.
    Spezielle Spotruten sind optisch meißt kaum von normalen Karpfenruten zu unterscheiden sie sind einfach nur etwas kräftiger und sind ebenfalls für weite Würfe optimiert. Die Wurfgewichte fangen hier bei 4lbs und sind nach oben offen.


    [pic=luecke_marker_08.jpg]luecke_marker_08.jpg[/pic]


    Da in puncto Wurfweite das gleiche gilt wie für ANgel- und Markerruten empfehlen sich hier auch wieder "Weitwurfrollen" (Brandungsrollen). Diese sollten sehr robust sein da die Futterraketen beim Einholen oft einen großen Widerstand im Wasser erzeugen.
    Als Schnur kann man sowohl Mono als auch Geflochtene verwenden, sie sollte möglichst dünn sein aber schon mindestens eine Tragkraft von 5kg haben. Schlagschnur ist Aufgrund der hohen Gewichte absolute Pflicht! Ich persönlich benutze Keulenschnur werde aber demnächst mal Geflochtene probieren.


    [pic=luecke_marker_09.jpg]luecke_marker_09.jpg[/pic]


    Montagen und Hilfsmittel:
    Montagen gibts eigentlich nicht, einfach einen starken Karabinerwirbel ans Ende der Schnur und fertig.
    Zum ausbringen des Futters gibt es zwei Möglichkeiten:


    1. Die Futterrakete in die man das Futter einfüllt und die sich dann im Wasser durch ein paar Schnurzüge automatisch entleert.


    [pic=luecke_marker_10.jpg]luecke_marker_10.jpg[/pic]


    2. Den sog. Futterknecht, hierbei werden Futterballen geformt und mit dem Rute wie bei einem Katapult rausgeschleudert. Der Vorteil ist das man noch etwas weiter kommt als mit der Rakete und man ihn nicht so weit wieder einkurbeln muss da der Futterballen nach kurzer STrecke von alleine weiterfliegt.


    [pic=luecke_marker_11.jpg]luecke_marker_11.jpg[/pic]


    Beide Arten von Ruten werden übrigens auch in der Korda gratis DVD erklärt.


    Ich hoffe ich konnte euch eine kleine Erklärung zu dem Thema liefern und vielleicht verstehen jetzt auch einige wieso man diese beiden Ruten dabei haben sollte.


    Gruß
    Lücke