Angeln in Hamburg



  • Hamburg ist eine Reise Wert... ...nicht nur wegen der Musicals, der Reeperbahn oder dem Fischmarkt.


    Obwohl.....: Ich empfehle immer das Miniatur-Wunderland!



    Aber Hamburg hat noch mehr zu bieten. Nämlich Wasser, Wasser, Wasser. Das Hauptelement für uns Angler.


    Und das Besondere: Hamburg hat sehr viele 'freie' Gewässer! Das heißt: Man benötigt nur einen gültigen Fischereischein und keine zusätzliche Berechtigungskarte!



    Dies gilt z.B. für die Außenalster, die sich wie ein großer See mitten in Hamburg befindet.
    Sie ist ca. 164 ha groß und ca. 3,5 m tief und hat nur eine geringe Fließgeschwindigkeit.
    In ihr befinden sich diverse Weißfische, Aal, Barsch, Zander, Hecht und Karpfen.
    Sie ist an vielen Uferbereichen frei zugänglich, die Anleger der Alsterschifffahrt sind erst nach Betriebsschluss zu benutzen.
    Durch den Bau von riesigen Zisternen wird verhindert, dass bei Starkregen Abwässer in die Kanäle und somit auch in die Alster geraten. Seitdem hat sich die Wasserqualität ständig verbessert.



    Die Alster bei Sonnenuntergang aus Richtung süd-ost


    Allerdings gibt es rund um die Alster sehr viele Spaziergänger und Jogger, sowie Leute, die besonders an den Wochenenden picknicken. Eine 'ruhige' Angelstelle wird man erst spät Abends oder nachts finden! Obwohl besonders in der warmen Jahreszeit die Alster voll von Seglern ist, stören diese weniger. Aber nicht selten fahren Kanus und Tretboote dicht am Ufer vorbei, welches eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordert.


    Tipp: Auf der Alster gibt es Wasservögel von großer Zahl. Anfüttern lockt sie an. Daher ist eine besondere Rücksichtnahme erforderlich.



    Ferner gibt es die Kanäle (Osterbek / Wandse) und den Alsterlauf, die ebenfalls frei beangelbar sind.



    Für das Angeln vom Boot aus wird jedoch vom Bootsführer (also irgendeiner im Boot!) eine Bootsangelkarte verlangt. Eine Nachfrage bei der Wasserschutz ergab jedoch, dass jeder im Boot eine solche Erlaubnis benötigen würde. Leider ist das in der entsprechenden Verordnung nicht explizit aufgeführt und eine Nachfrage bei der Behörde ergab, dass man dort auch keine genaue Antwort geben konnte. Die Kollegen von der WS sagten jedoch, dass sie dies nicht ahnden, wenn nur einer im Boot eine solche Erlaubnis hat!
    Diese gibt es jedoch nur als Jahreskarte und wird (soweit ich weiß) nur an Angler mit Hauptwohnsitz HH ausgegeben. Besucher sollten also jemanden aus HH kennen, der eine solche Erlaubnis hat, wenn man vom Boot aus angeln möchte. P.S. Ich habe keine solche Karte :-D.
    Leihboote wie. z.B. Kanus gibt es an mehreren Stellen.


    Ach ja: Die Wasserschutzpolizei an der Außenalster ist im Sommer nur bis 21 Uhr besetzt (im Winter bis 20 Uhr) ;-)


    Gerät:
    Bis auf das Fliegenfischen mangels Platz, kann man an der Alster und in den Kanälen jede Angelart anwenden. Ob Stippen, Grundangeln, Angeln mit Pose auf Raubfische oder das leichte Spinnfischen. Alles ist erlaubt.
    Durch die geringe Strömung kann entsprechend leichtes Geschirr zum Einsatz kommen.




    Als weiteres 'Gewässer' ist die Elbe im Hamburger Hafen zu erwähnen.




    Obwohl die Sicherungsvorkehrungen nach den Anschlägen vom 11. September verschärft worden sind, kann man noch viele Stellen erreichen, von denen man frei angeln kann.
    Die Elbe hat als Tidengewässer eine recht starke Strömung im Bereich des Hauptstromes.


    Gerät:
    Hier wird sehr kräftiges Angelgerät benötigt, mit dem man 150-180 g Bleigewichte auswerfen kann. Dennoch sollte die Rutenspitze möglichst fein sein, um vorsichtige Aal- oder Buttbisse erkennen zu können. Ich verwende eine feine geflochtene Schnur (0,09) mit einer Tragkraft von ca. 8 kg. Je feiner die Schnur, desto weniger Druck übt die Strömung darauf aus.
    In den Nebenarmen ist die Strömung geringer und es kann auf feineres Gerät zurück gegriffen werden.



    Wer nicht von einem Schwimmponton aus angelt und so immer nah am Wasser ist, sondern von einer Kaimauer, der beachte: Der Tidenhub beträgt ca. 3 m.
    Das heißt: Ein Fang bei Ebbe muss mindestens 4 m hoch gehoben werden!!! Ein Spundwandkescher ist hier mehr als hilfreich.


    Im Hamburger Hafen fängt man hauptsächlich Aal und Zander, aber auch Weißfische. In den Wintermonaten fängt man den 'Elbbutt' am besten mit Wattwurm.



    Eine Karte mit der Kennzeichnung der freien Gewässer, sowie einigen Angelstellen und weitere Informationen findet man auf der Seite des Angelsportverband-Hamburg

    Direkt zur Karte Gewässerkarte
    oder man erwirbt die Gewässerkarte in einen der vielen Angelgeschäften für ca. 8 - 10 Euro.
    Schonzeiten und Mindestmaße werden hier bekannt gegeben.


    Wer noch mehr wissen möchte: Als Lektüre ist der 'Hamburger Angelführer' zu empfehlen.


    Übernachtungen:
    Wer über das Wochenenden einen Hamburg-Besuch plant und ein Wohnmobil besitzt, der kann eigentlich überall sein Fahrzeug abstellen. Zwar ist das eigentlich nicht erlaubt, aber wer nicht gerade vor der Tür grillt oder seinen Sonnenstuhl aufstellt, der wird auch keinen Anlass zur Kontrolle geben.


    Ansonsten gibt es -auch für Familien- preiswerte Unterkünfte.
    Eine nicht abschließende Auflistung von Anbietern habe ich H I E R gefunden.


    Verkehr:
    Das öffentliche Verkehrsnetz ist hervorragend ausgebaut und man erreicht alles bequem und schnell.
    Die Gruppenkarte oder das 'Schöne Wochenend Ticket' ist recht preiswert und es können bis zu 5 Personen mit einer Karte fahren. Das gilt auch für die Fähren im Hamburger Hafen (die preiswerte Alternative zur Hafenrundfahrt!!!). Fährlinien als PDF


    Natürlich darf man auf den Fähren keine Erläuterungen zu den Hafenanlagen erwarten. Dennoch ist es interessant an den 'großen Pötten' vorbei die Anlagen zu sehen. Nebenbei kann man sich die Fähranleger anschauen, ob von dort ein Angeln möglich ist. In der Regel kann man nachts sehr gut angeln, da die Fähren dann nicht fahren.
    Dennoch kann man auch tagsüber sehr gut auf Zander von den Anlegern aus angeln. Dabei eignen sich die Anleger des Nordufers weniger, da dort ein größerer Publikumsverkehr herrscht. Zu beachten ist auf jeden Fall, dass der Fährverkehr nicht behindert werden darf.


    Wer also in Hamburg angeln möchte und Fragen hat oder etwas in meinem Bericht vermisst, oder vielleicht auch so mal einen Trip in meine Heimatstadt wagen möchte - vielleicht sogar mit Familie-, der darf mich gern über PN kontaktieren.


    Vielleicht kann ich den einen oder anderen Tipp geben.


    Interessante Links:
    Hamburgseite


    Tourismusinformationen


    Panoramafotos von Hamburg




    Ergänzung vom 18.06.2013:


    Es gibt inzwischen eine neue Regelung in Hamburg..man kann es auch als Einschränkung sehen!


    Das Angeln von Anlegern, die vom Fährverkehr genutzt werden, wurde untersagt.
    Ein Hauptgrund ist, dass leider wieder einmal ein geringer Anteil von unvernünftigen Anglern wenig Rücksicht genommen hat.
    Angelschnüre haben sich immer wieder in den Schrauben der SChiffe verheddert und führen so zu unnötigen, aber dennoch enormen Kosten der Schiffsbetreiber.
    Aber auch -wenn hier im Gesetz nicht explizid erwähnt, aber dennoch sicher hinter vorhehaltener Hand beanstandet- die Verschmutzung der Anleger.
    Blut, Schuppen und sonstige Hinterlassenschaften von egoistischen und uneinsichtigen, unbelehrbaren Anglern, die uns allen ein negatives Ansehen in der Gesellschaft verursachen, sind die Verantwortlichen für solche Maßnahmen, die verständlich sind.
    Nähere Informationen findet man hier: http://www.asvhh.de/index.php/…e-im-hamburger-hafen.html


    Im Übrigen möchte ich auf die gerade neu erschienenden Broschüre des Hamburger Anglerverbandes hinwiesen, die ich für sehr informitv halte.


    Link: http://www.asvhh.de/index.php/…l/265-igs-broschuere.html

    Ich freue mich, wenn es regnet.

    Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.


    Karl Valentin, deutscher Humorist * 4.Juni 1882; † 9.Februar 1948

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