Ansitz mit Polizeischutz – Ein Erlebnis mit gemischten Gefühlen!
Ein kleiner Bericht von einem Karpfenansitz der seines gleichen sucht
Wie immer bereitete ich mich für einen Karpfenansitz vor und es sollte der letzte für 2010 sein. Gesagt getan. An diesem 23.Oktober suchte ich noch einmal die verlockenden Stadteichgewässer auf um dort einen Schuppi auf die Matte zulegen.
Bereits beim betreten der Anlage wurde ich schon quasi von zwei Polizisten auf dem Motorrad begrüßt. „Was machen die denn hier!“ dachte ich mir. Nun es ist nichts ungewöhnliches das die Anlagen vom Ordnungsamt oder der Polizei befahren wird, Kontrolle halt! Also schob ich meinen Trolley weiter über die Wiese bis zum Angelplatz. Dort angekommen begannen die üblichen Tätigkeiten. Trolley abladen, Ruten und Rod Pod montieren usw.
Noch ein Moment sollte ich die morgendliche Ruhe einschließlich Entengequake genießen können bevor dann langsam die Invasion einsetzte. Die Invasion in Form von einer Hundertschaft der Polizei, einschließlich Pferde- und Hundestaffel, ganz zu schweigen von den ganzen Fahrzeugen und nicht zu vergessen ,den zwei Helikoptern die von nun an über meinem Kopf kreisten.
Was ist los? – Bisher noch gar nichts und jemanden von der Polizei wollte ich auch nicht ansprechen…noch nicht!
Glücklicherweise konnte ich kurze Zeit später zumindest schon mal mein Gewissen beruhigen, als ein Angelkollege mich mit seiner Anwesenheit erfreute und Aufklärungsarbeit leistete.
„Puh!“ Dachte ich, „wärst mal besser zu Hause geblieben, das kann ja lustig werden!“ Während schon wieder ein Helikopter über dem Gebiet seine Runden drehte.
Die Stadteichanlagen waren genau der Schnittpunkt zweier Demonstrationen der rechten und linken Szene. „Na Klasse, warum ausgerechnet hier und heute?!“ - Gut, Polizei war ja genügend vor Ort aber ist das Sicher genug? – Ja klar, die werden dich im Falle des Falles schon beschützen! – Oder doch nicht?! Mittlerweile sind zwei Stunden vergangen und überall wo man hin sehen konnte waren Einsatzwagen der Bereitschaft und Leute der Hundertschaft zu sehen. Ich fühlte mich zwar sicher aber nicht Wohl!
Da ich mich in der ganzen Zeit nicht einmal richtig auf das Angeln konzentrieren konnte, entschloss ich mich einen der bediensteten zu Rate zu ziehen und mal an meine eigene Sicherheit zu denken. „Hier wird nichts passieren!“ wurde mir mitgeteilt und wenn doch sagen sie Bescheid, ich könnte ruhig weiter angeln. Mittlerweile war es 11 Uhr und die Ansicht der Beamten konnte ich nicht teilen, denn es strömten kleinere Gruppen „Links“ durch die Anlage. Natürlich nicht ohne rum zugröhlen! Jede kleinere Gruppe wurde von einem Fahrzeug begleitet. Mir war Schleierhaft, wo auf einmal der ganze Fuhrpark her kam! Unter jedem gefallenen Laubblatt schien sich ein Einsatzwagen zu verstecken, die im Übrigen auch noch direkt an meinem Spot vorbei gefahren sind! Die Hunde bellten hinter mir, galoppierende Pferde entzogen sich nicht meinem Gehör und bevor ich es vergesse, da waren ja noch die zwei „fliegenden Augen“ über mir! An ein vernünftiges Angeln war nicht mehr zu denken viel zu laut und nach dem unerträglicher Ostwind meine Angelfreude ganz schwinden ließ, entschloss ich mich zusammen zu packen. Da an jedem Ein- und Ausgang der Anlage Hüter des Gesetzes stationiert waren, wurde ich beim verlassen des Geländes schließlich noch von zwei Beamten nach meinem Ziel gefragt. Endlich die Sachen ins Auto gepackt und los gefahren…klar ! Ich kam bis zur nächsten Ecke wo mich schon die nächste Patrouille in Empfang nahm! „Wo kommen Sie her?“ – „Wo wollen Sie hin?“ – „Was ist das alles?“ - Ich dachte nur: „Ruhig bleiben!“ - Nachdem ich dem Beamten dann Rede und Antwort stand, konnte ich meine Fahrt glücklicherweise fortsetzen. Die Haupt-und Nebenstraßen in diesem Areal waren gesperrt, so das ich Umwege fahren mußte um nach Hause zu kommen.
Nach diesem Chaos-Tag steht eins fest, das war doch nicht mein letzter Karpfenansitz in 2010!
LG
Michael