Angeln auf Bachforellen an kleinen Bächen

  • Moin,


    da ich momentan etwas Langeweile habe, dachte ich mir das ich mal etwas über das Angeln auf Bachforellen an kleinen Bächen schreibe. Vielleicht interessiert es jemanden oder gibt Anglern, die so einen Fisch fangen wollen einen ersten Eindruck in diese Angelei.


    Mittlerweile geht nun die 2. Saison langsam vorbei. In den 2 Jahren habe ich mich sehr viel mit der Bachforelle beschäftigt und sie zählt neben dem Zander zu meinen Lieblingsfischen.


    Was mich an diesem Fisch fasziniert ist seine Schönheit / Vielfältigkeit und die Angelei, die zwar auch Ähnlichkeit mit anderen Methoden und Zielfischen hat, aber dennoch irgendwie völlig anders ist.


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    Die Bachforelle




    Allgemein: Die Bachforelle gehört zu den Salmoniden und ist mit der Seeforelle und
    Meerforelle genetisch identisch. Der Unterschied ist lediglich die verschiedene Lebensweise.
    Man bezeichnet die Bachforelle als "Zwergform", wobei die Größe stark vom Nahrungsangebot
    und Angeldruck abhängig ist.


    Verhalten: Bachforellen sind sehr aufmerksame Fische und an kleinen Bächen manchmal
    nicht einfach zu fangen. Der scheue Fisch reagiert empfindlich auf Schatten, Erschütterungen
    und Schlammwolken im Wasser (Waten) Bemerkt die Forelle den Angler schwimmt sie weg
    und ist oft für längere Zeit nicht fangbar.


    Wichtig ist, das man sich unauffällig verhält und Schatten auf dem Wasser, Erschütterungen
    vermeidet. Geht man mit der Wathose durch den Bach, so sollte man dies immer gegen die
    Strömung tun. Der Angler sollte das Gewässer genau beobachten und mögliche Standorte
    sowie die Fische lokalisieren, bevor sie den Angler wahrnehmen. Hat man das geschafft und
    seinen Köder ausgeworfen stürmt die Forelle meist sehr aggressiv darauf zu.



    Interessante Angelstellen


    Standorte: Die Bachforelle sucht meist Verstecke auf. Das können überhängende(s) Bäume /
    Büsche / Gras, Steine oder Vertiefungen (Rinnen, Gumpen) sein. Interessant sind auch Wehre
    und Einläufe von anderen kleinen Bächen. Bachforellen muss man suchen . Nicht selten geht
    man Kilometer durch hohes Gras, Büsche und Wälder um alle Spots zu erreichen. Man angelt
    also sehr aktiv und ist mitten in der Natur.

    Der Bachforelle sagt man standorttreue nach, was auch meistens stimmt. Aber gerade bei
    höheren Wasserständen (Regen) ziehen die Fische auch mal umher. Ein ausgeprägtes
    Revierverhalten (bei größeren Forellen) konnte ich nicht bestätigen. So kam es schon öfter vor,
    das sich mehrere maßige Exemplare ein Gumpen teilten. Das kann allerdings an anderen
    Bächen anders sein.



    Kunstköder (Ursprungszustand - wurden später teilweise mit Gamakatsu - Einzelhaken bestückt)

    Ausrüstung / Köder: Für die Forellenangelei empfehlen sich leichte Ruten mit einem maximalem
    Wurfgewicht zwischen (ca) 10 und 25g. Die Länge hängt von der Beschaffenheit des Ufers ab.
    Kurze Ruten (-1,80m) eignen sich beispielsweise, wenn es am Bach viele überhängende Bäume
    gibt und ein Werfen mit einer langen Rute nicht oder nur schlecht möglich ist. Mit längeren
    Ruten hat man den Vorteil, das man Hindernisse am Uferbereich gut überbrücken und den Fisch
    besser von Hindernissen weg lenken kann. Als Schnur nimmt man in der Regel eine 0,16er - 0,22er
    Monofile oder eine Geflochtene gleicher Tragkraft. Die Rollengröße sollte zwischen 500 und
    2000 betragen.


    Ich nehme für längere Ausflüge oft 2 verschiedene Ruten mit. Die Schnurdicke ist nicht so entscheidend...auch mit
    meiner "Kofferraumrute" mit 0,25er Schnur fängt man Forellen (Bild).


    Als Köder kommen beim "normalen" Spinnfischen kleine Forellenblinker, Spinner, Wobbler,
    Gummifische, Twister in Frage. Manche Angler ersetzen den Drilling durch einen Einzelhaken,
    damit der Fisch schneller und schonender ins Wasser zurück gesetzt werden kann.


    An schneller fließenden Bereichen wirft man den Köder gegen die Strömung. Der Grund ist das
    die Köder so weniger Druck aufbauen (vor allem Spinner), besser absinken und die Forellen mit
    dem Kopf gegen der Strömung stehen. In ruhigeren Bereichen des Bachs ist die Führung egal,
    hier stehen die Forellen auch nicht immer gegen dem Strom.


    Angeln mit Naturködern ist an vielen Bächen verboten. Wenn erlaubt ist die Methode mit der
    treibenden Pose auch sehr erfolgreich. Als Köder kommen für mich nur Tauwürmer in Frage.
    Maden, Mistwürmer usw. sollte man wegen der geringen Größe besser nicht verwenden, da
    die Forellen (auch Jungfische) tief und schnell schlucken. Wichtig beim Angeln mit Tauwurm
    (1-2 Stück) ist volle Konzentration und sehr frühes Anschlagen. So bleibt der Haken im Regelfall
    im Maul und wird nicht tiefer geschluckt.



    Ich hoffe das ich nichts vergessen habe ;)


    LG

  • Hallo Rockon,


    vielen DANK für diesen wirklich schönen und tollen Bericht und die Bilder. :gut:thumbup:
    Da kriegt man richtig Lust, jetzt gleich sofot loszuziehen und es selber zu probieren,
    so einen schönen und starken Fisch an die Rute zu bekommen.


    Und das mit dem Drilling in Einzelhaken tauschen finde ich sehr gut und schonend für die
    eh immer seltener werdenden Bachforellen - zumindest bei uns in Südbaden sind sie nicht
    zu Haufe anzutreffen...


    Auch gibt es bei uns Bachabschnitte, wo nur noch eine bestimmte Anzahl an Karten pro
    Jahr vergeben wird und wo man teilweise ausschließlich nur noch mit der Fliegenrute
    angeln darf


    Gruß
    Petra

  • Danke ;)


    Bei uns haben wir noch recht viele Bäche wo sie vorkommt....in den meisten aber auch nicht massenweise. Die Vereine unterstützen den Bestand. Leider kam es in der Vergangenheit an mindestens 2 mir bekannten Bächen zu Unfällen (Gülle bzw. Abwasser) Da wurde leider gleich der ganze Bestand geplättet, den man aber jetzt wieder aufbaut.


    Gastkarten bekommt man bei uns bis auf einen Bach gar nicht :( Daher musste ich auch in den Verein.



    LG

  • Hallo Rockon,


    danke für den tollen Bericht bzw. Dokumentation.


    Wie Petra schreibt, da bekommt man sofort Lust loszuziehen......... :angler: .



    Deine Meinung und Erfahrung mit natürlichen Ködern teile ich. Das handhabe ich ebenso. Mit Tauwurm und 1,5 bis 2 Meter
    nach der Pose, hat man eine reelle Chance. Aber wie Du schon schreibst, aufpassen und schnell anschlagen. Sonst ist er ab der Wurm
    und wegg der Fisch ;-) .



    LG Olaf

  • hai rockon,


    klasse bericht und klasse fisch. er ist neben dem hecht auch mein lieblingsfisch.
    auch bei uns gibt es noch einige gute ecken in denen er zu fangen ist.
    bei uns sind drillinge generell beim fangen auf bachforelle verboten, einige abschnitte sind auch nur
    den fliegenfischern vorbehalten, auch die ausgabe der entsprechenden fangscheine sind stark
    begrenzt, so versuchen wir den bestand zu sichern, bis jetzt klappt es ganz gut.


    lg. mattes

    lg. mattes





    Wenn das die Lösung ist, hätte ich gern mein Problem zurück! :thumbsup:


    Fehmarn 2018, ich war dabei :thumbup:


    photo-3368-4a061f4f.png

  • Moin,


    eigentlich vernünftig. Bei uns kann jedes aktive Mitglied eine Genehmigung für die oberen Abschnitte vom größten Bach erhalten...da darf man nur Kunstköder verwenden. Der Bestand ist zwar nicht schlecht, aber durch den hohen Angeldruck / viele Entnahmen sind die Forellen meist nicht sehr groß.


    LG

  • Hallo zusammen,


    @ Rockon,


    sehr schöner Bericht, danke dafür.


    @ Mod.


    Es gibt im Fischlexikon von Perfusor schon einen Bericht über die Bachforelle, vielleicht könnte man den mit diesem hier ergänzen. Wäre schade, wenn dieser Bericht in der Versenkung verschwindet.

    .




    in diesem Sinne


    tight lines


    Detlev ( Rheinangler ) :angler:


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    Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem ! :gut
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    Fehmarn 2018, im Herbst wieder !. :)